ARD-Talk Günther Jauch: Wie in der Kita

guenther-jauch-ard-marco-grobARD/Marco Grob

An sich glich das sonntägliche Talk-Spektakel einer mittäglichen Kita-Runde: Alle sitzen auf Stühlen – und brabbeln wüst aufeinander ein. Im ARD-Politik-Talk mit Günther Jauch ging es am Sonntagabend so denn um fehlende Kita-Plätze und wie schwer es zum einen in einigen Regionen ist, einen Kita-Platz für das Kind zu finden sowie die Frage, ob es ob der beruflichen Doppel-Belastungen in vielen Beziehungen keinen „Ausweg“ vor dem Kita-Platz für etwa ein- bis dreijährige Kinder mehr gibt. Bilder von Kitas in Containern „untermauerten“ das düstere Kita-Bild.

Die „verständlichsten“ Einwände zum Thema brachte die Sozialwissenschaftler Stefan Sell ein – der sogleich mit einigen Rechenbeispielen deutlich machte, dass das „Ansinnen“ der Politik, bis August diesen Jahres ausreichend Kita-Plätze zu „schaffen“, ein Irrglaube sei. Dr. Kristina Schröder – Mutter („nach zehn Wochen bin ich wieder in den Beruf“) und Familienministerin kokettierte sogleich mit der These, dass die Politik – frei gesprochen – nur die Rahmenbedingungen für genügend Kita-Plätze schaffen könnte. Ach ja?


SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft („wegen eines fehlenden Kita-Platzes für mein Kind bin ich unter anderem Politikerin geworden“) hingegen ließ so gut wie keine Chance ungenutzt, um zu erwähnen, wie unsäglich das von der Bundesregierung verabschiedete Betreuungsgeld doch sei. Wie genau es aber etwa um die Kita-Plätze in NRW bestellt ist, könne sie erst im März sagen: Dann liegen die Zahlen vor.

Immerhin hat Kraft auf die Fragen von Jauch geantwortet, während Schröder immer brav nickte, als eine Kita-Leiterin aus Frankfurt von den Nöten der Kitas sprach – und ihr dann widersprach.

Norbert Blüm ist da! Blüm?

Ach ja, Norbert Blüm war auch im Jauschen ARD-Studio in Berlin zugegen und legte sich rührend für die Familie ins Zeug. Natürlich erhitzte sich der ehemaligen Bundesminister ob der flapsigen „Anmoderation“ von Jauch bezüglich der sicheren Renten – aber richtig sinnige Beiträge zum Thema holte auch Norbert Blüm nicht aus seinen Sakkotaschen hervor.

Bei den Großaufnahmen von Hannelore Kraft ist noch erwähnenswert, dass neben dem weißen Schriftzug „Günther Jauch“ als Dauereinblendung auch noch stets im Hintergrund der Schriftzug „Günther Jauch“ als Teil der Studio-Deko zu lesen war. So das auch jeder Zuschauer ganz sicher sein konnte, dass er hier Günther Jauch schaut. Nur das Thema war an diesem Abend leider nicht immer klar. Für eine weitere Einblendung wäre etwa unten rechts noch Platz gewesen.

Um 22:45 Uhr wurden Kraft, Schröder, Blüm und Co. schließlich abgeholt. Ein paar Stunden möchte man schließlich auch noch mit der Familie verbringen.

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1 Kommentar zu "ARD-Talk Günther Jauch: Wie in der Kita"

  1. Gassenreh, Jakob | 25. Februar 2013 um 13:32 | Antworten

    So toll sind Krippen für 0 – 3jährige Kleinstkinder nicht, für die seltsamerweise linke und gewerkschaftsnahe Parteien als auch Wirtschaftslobbyisten (Arbeitgeberpräsident HUNDT; Präsident von Gesamtmetall DULGER) wie wild trommeln: „Befreit die Mütter von ihren Kindern und fesselt sie an die Maschinen“
    Nicht nur die Familie, sondern vorallem die Schwächsten, die Kinder, werden möglicherweise ernste Probleme bekommen und damit die Zukunft unseres Volkes.
    Ausgerechnet diejenige Partei, die sich für die Schwachen einsetzen will, argumentiert reflexhaft gegen das Betreuungsgeld und trifft damit die Schwächsten der Gesellschaft.
    Die Krippe scheint eine Einrichtung zum Wohlergehen von Erwachsenen zu sein, denn ein bezüglich der sehr frühen Krippenaufbewahrung nicht ausreichend beachtetes Problem (neben zu erwartender erhöhter Stresshormonausschüttung infolge „learned helpnessless“ und Wachstumshormonmangel infolge reduziertem Langsamen-Wellen-Schlaf in der Krippe) ist die mögliche Störung bzw. Verzögerung der frühkindlichen Sprachentwicklung zu befürchten. Ein wichtiger Unterschied zwischen Tier und Mensch ist die Sprache auch als Basis des Denkens. Mangelnde primäre (besonders 0 – 1,5 Jahre) frühkindliche Sprachentwicklung hat oft die Folge von Lese- und Rechtschreibstörungen und letztlich ungünstiger kognitiver Entwicklung.
    Dadurch ist zu befürchten, dass der wichtigste Schatz, den Deutschland besitzt, nur ungenügend sprachlich und kognitiv entwickelt vorliegen wird. (Siehe Ärztereport der Barmer Ersatzkasse vom Januar 2012 mit bereits jetzt schon ca. 40% sprachgestörten Kindern im Alter von 5 – 6 Jahren (Gründe: Zunahme Tagesmütter: 2006 ca. 14%, bereits 2010: 23%;; enorme Lärmpegel in Kitas); logopädische Behandlungskosten etwa 1 Milliarde Euro).
    Warum heißt es Muttersprache und nicht Vatersprache?
    Bereits ab der 20. Gestationswoche hört der Foet im Mutterleib flüssigkeitsangekoppelt die Mutterstimme und ist nach der Geburt massiv darauf fixiert, sodass eine längere (max. bis zu 3 Jahren) dyadenspezifische Beziehung zwischen diesen beiden Personen notwendig ist, zumal in diesem Zeitraum zumindest zwei kürzere Phasen besonders begierigem Sprechlernen des Kleinkindes individuell verschieden auftreten (siehe Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 3. Auflage, Logos-Verlag, Ansbach, 2013)

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