Reisebericht Brügge: Wie aus der Zeit gefallen

bruegge-belgien-provinciaal-hof-dach-reise-2015-andres-lehmannAndres Lehmann

Brügge ist ein Erlebnis. Wir kamen im Rahmen unserer Belgien-Rundreise – Berichte zu Brüssel, Antwerpen und Gent folgen – nächtens bei Vollmond in Westflandern an. Sogleich sind wir losgelaufen durch die Gassen – und wäre uns nicht ab und an ein Auto entgegen gekommen, wären wir vermutlich in Gänze in eine andere Epoche abgetaucht.

Während so manch Stadt in Europa einen mittelalterlichen Stadtkern aufzuweisen hat, so ist Brügge nicht nur im Kern erhalten, nein. Die historische Stadt hat Jahrhunderte überdauert, ohne unter Kriegen oder große Brände zu leiden. So wird jede urige Gasse zu einem Lauf durch eine vergangene Zeit. Und es gibt viele Gassen und Plätze, die es zu erkunden gilt.

Im wahrsten Sinne des Wortes überragend ist der Belfried. Die Stufen können erklommen werden – und Brügge liegt einem zu Füßen. Das Rathaus oder der Provinciaal Hof sind genau so zu erspähen wie die Weitläufigkeit der Stadt. Perfekt, um sich eine Übersicht zu verschaffen.

Doch nicht nur zu Fuß oder mit der Kutsche lässt sich Brügge erkunden. Auf den Kanälen, die in Anlehnung an den Fluss Reie schlicht „Reien“ genannt werden, schippern Boote umher. Der Schiffsführer erzählt viel zu den Sehenswürdigkeiten, die sich überall auftun. Doch erstens erlaubt es die Akustik kaum, etwas zu verstehen. Und zweitens hat der Stadterkunder ohnehin damit zu tun, nach links, rechts nach vorne und womöglich hinter sich zu schauen – denn Brügge ist eine einzige Sehenswürdigkeit die es gilt, im Ganzen zu erschließen. Zahlreiche Schwäne können zudem am Wegesrand ausgemacht werden und sind den touristischen Tumult ganz offensichtlich gewohnt: Aus der Ruhe lassen sie sich nicht bringen.

Zu Fuß und zu Wasser

Es lohnt sich, den Kern zu verlassen. Zahlreiche Stadttore umrunden das alte Brügge – und auch manch Windmühle kann so von Nahem bestaunt werden. Von der alten Wallanlage aus ist ein weiterer Blick auf die Stadt möglich (siehe auch: BILDERGALERIE).

Der Facettenreichtum an Museen vor Ort ist löblich. Das Schokoladenmuseum „Choco-Story“ etwa ist für Familien und wirklich süß. Und während unseres Aufenthaltes Ende Mai waren zudem Skizzen von Pablo Picasso und Marc Chagall ausgestellt – in der Expo Brügge, ein umgebautes Krankenhaus, das nun einem kulturellen Ort der Begegnung gleicht – und in dem sich in vielen verwinkelten Räumen Kunstwerke finden.

Doch keine Frage: Brügge als solches gleicht einem Gesamtkunstwerk – ein wunderschönes Gemälde.

Weitere Informationen zu aktuellen Veranstaltungen, Ausstellungen, Hotels und Anreisemöglichkeiten finden sich auf der deutschsprachigen Website Visit Bruges.

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