Wohnraum durch Hochhäuser?

radisson-blue-hotel-hochhaus-hamburg-andres-lehmannAndres Lehmann

Hamburg. Über die akute Wohnungsnot wird seit Monaten berichtet. Lösungen müssen her. Doch wie soll in einer dicht bebauten Stadt mehr Wohnraum entstehen?

Bürgermeister Olaf Scholz hat sich da bereits seine Gedanken gemacht und möchte „hoch hinaus“: In einigen Wohnvierteln könnte die Regel, nach der seit dem 19. Jahrhundert nur fünf Geschosse aufeinander getürmt werden dürfen, fallen.

Auf bestehende Gebäude etwa könnten doch noch ein, zwei Geschosse drauf gepackt werden.

Über den Wolken

„Es muss möglich sein, durch Verdichtung mehr Wohnraum in der Stadt zu schaffen.“ Urbanität durch Dichte – mal wieder probiert sich ein Politiker als Stadtplaner aus Leidenschaft.

Auch in Köln wurde über höhere Gebäude diskutiert und am Rheinufer sind tatsächlich neue Bauten entstanden. In München blieb man bislang hart, abgesehen etwa eines gläsernen Verlagsgebäudes der Süddeutschen Zeitung auf der grünen Wiese.

Nun also ist die Hochhausdiskussion auch an der Elbe ntbrannt. Doch was würde aus der Stadtsilhouette der Hansestadt werden? Scholz wiegelt ab, frei nach dem Motto: Zwei Geschosse mehr oder weniger machen den Braten auch nicht fett. Klötzchen werden so lange gestapelt, bis der Turm umfällt.

Der Architekturhistoriker Prof. Gert Kähler ist von den neuen Hochhaus-Überlegungen gar nicht begeistert und macht sich dafür stark, dass leerstehende Bürogebäude in Wohnraum umgewandelt werden könnten.

Sehen wir also bald in der Hafencity Umzugswagen vorfahren?

2 Kommentare zu "Wohnraum durch Hochhäuser?"

  1. ich weiß ehrlich gesagt gar nicht warum es in deutschland-besonders in hamburg als anstößig gilt,hochhäuser zu bauen oder schön zu finden.natürlich kommt es auch auf die architektonische leistung an die ein architekt erbringt,ein hoher hingeklatschter betonklotz ist nicht gerade schön anzusehen.das selbe gilt allerdings auch für ein backstein-reihenhaus in irgendeiner arbeitersiedlung.und wenn dann immer das argument mit dieser geheiligten stadtsilhouette kommt die es zu beschützen gilt-hätten sich die leute im mittelalter das gefragt gebe es keine über hundert meter hohen kirchtürme in hamburg. es wird zeit das auch hamburg endlich im 21sten jahrhundert ankommt und neue architektonische monumente schafft,anstatt sich auf vergangenen lorbeeren auszuruhen.warum soll modernität den per se schlecht sein?und will hamburg nun eigentlich eine wachsende stadt sein oder nur ein schlechtbesuchtes museum für kunstfreunde?(wenn die touristen deutsche kultur sehen wollen gehen diese meistens eh nach berlin oder münchen)
    was die wohnungsnot in hamburg angeht:das ist tatsächlich ein problem mit dem sich die stadt mal schnellstens ausseinandersetzen sollte.wohnungsbesichtigungen mit sechzig mitbewerbern sind kein spass(ich spreche aus erfahrung)
    also:wohnhäuser bauen und zwar schnell!!!

  2. Klare Ansage!

    Schönen Dank für deine ausführlichen Gedanken. Der Wohnungsbau bleibt eines der zentralen Themen der nächsten Zeit in der Hansestadt…

    Gruß

    Andres

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