Nimm Zwei: Thomas Gottschalk und Günther Jauch trotzen RTL Showkonzept

guenther-jauch-barbara-schoeneberger-thomas-gottschalk-rtl-stefan-gregorowiusRTL / Stefan Gregorowius

Das Prinzip von „Die 2 – Gottschalk & Jauch gegen Alle“ ist klar: RTL schickt die beiden TV-Titanen in die Arena – und der Rest wird sich schon irgendwie ergeben. Die Wertschätzung beim Autoren dieser Zeilen für Thomas Gottschalk und Günther Jauch ist sehr hoch – von den großartigen gemeinsamen nachmittäglichen Auftritten auf der IFA ganz zu schweigen, die der Autor dieser Zeilen einst nach Schulschluss stets den Hausaufgaben vorzog.

Im Grunde genommen sind die weiteren Zutaten, die RTL der großen Montagabend-Show – der Samstag kommt bekanntermaßen „aus der Mode“ – löblich: „Die 2“ ging bei der Premiere live über den Sender und als Moderatorin wurde Barbara Schöneberger auserkoren, die erst am vergangenen Donnerstag den Deutschen Radiopreis in Hamburg moderierte.

Der Gegner von Gottschalk und Jauch ist ganz Deutschland – repräsentiert von 500 Studiogästen, die bei jeder Frage mit abstimmen konnten. Ermittelt wurde so ein Finalgegner, denn: Am Ende musste es doch die punktbeste Kandidatin alleine gegen die beiden Showgrößen richten. Mit 100.000 Euro hätte die Mutter eines Sohnes nach Hause gehen können – durch einen freiwillig gewählten Joker in Form eines zugeschalteten Anrufers, der ihr bei der Beantwortung der Frage behilflich sein sollte, wurde die potenzielle Gewinnsumme aber halbiert. Der Joker ist somit denkbar unattraktiv, wird er doch unter allen Anrufern zufällig ausgewählt. Kein Wunder, dass ein Raunen durch den Saal ging, als sich die Kandidatin für den Joker entschied.

Die nachfolgenden Sendungen…

Da am Ende zwei Mal Gleichstand hergestellt wurde, ging das Format in die Verlängerung und endete erst nach 23 Uhr. Die Länge der Sendung – zuweilen durch Werbeblöcke „zerpflückt“ – machte der sonst so schlagfertigen Schöneberger einen Strich durch die Rechnung: Mal sprach sie von Euro statt Punkten, dann vergaß sie, dass Gottschalk und Jauch vor ihrer Beantwortung der Frage Kopfhörer aufsetzen sollten.

Am Ende häuften sich die Fußballfragen, und um in der Fußballsprache zu bleiben: Frau Schöneberger war übermotiviert, ließ am Anfang als begnadete Dampfplauderin Jauch und Gottschalk zu wenig zu Wort kommen – und am Ende fehlte die Konzentration beim Abschluss.


So sehr auch der Autor dieser Zeilen RTL dankbar dafür ist, Schöneberger und nicht etwa – jetzt nur mal beispielsweise – Oliver Pocher für die Moderation gewählt zu haben: Die Sahne-Minuten der knapp dreistündigen Liveshow waren stets die, in denen Jauch und Gottschalk auf sich alleine gestellt waren, ins Erzählen kamen und so das wackelige Showkonzept in den Hintergrund trat. Doch immer dann als der Dialog der beiden Entertainer spannend wurde, lief ein Countdown runter oder es musste in die Werbung gegangen werden. Der zugeschaltete Otto Waalkes, die Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki und der Box-Champ Henry Maske vor Ort im Studio brachten zwar Auflockerung – aber auch keinen richtigen Schwung für die Show. Für den sorgten einzig und alleine: Gottschalk und Jauch, der sich respektable zweieinhalb Minuten am Helikopter-Kufen eines Helikopters hielt. Das nötigte selbst Gottschalk Respekt ab.

Bleibt festzuhalten: „Die 2 – Gottschalk & Jauch gegen Alle“ hat großes Potenzial – die monatliche Zusammenkunft von Gottschalk und Jauch dürfte nicht nur Anhänger altehrwürdiger Shows erfreuen. Aber ein wenig darf gerne an der Show-Dramaturgie gewerkelt werden: Dass am Ende nur noch eine Kandidatin das Sagen hat und das Publikum keinen Mucks von sich geben darf, ist schade.

Ach ja, dieser Tag findet in Berlin die IFA statt.

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