Konzertkritik Hamburg: „Element Of Crime“ im Club ganz groß

fabrik-altona-club-hamburg-andres-lehmnannAndres Lehmann

„Element Of Crime“ waren dem Autor dieser Zeilen auch schon vor 2005 bekannt, als das Album „Mittelpunkt der Welt“ auf den Markt kam und sogleich zu einer Lieblingsplatte avancierte. Sven Regener durfte er im Jahre 2003 auf der Frankfurter Buchmesse interviewen. Doch damals nahm er an: Erfolgsautor und eben auch Musiker. Doch – die fulminante „Herr Lehmann“-Triologie in allen Ehren, was Regener und seine Bandkollegen auf der Bühne zeigen, ist ein noch größeres Gesamtkunstwerk als die lyrischen Ergüsse des Frontmanns.

Und so war es durchaus eine sympathische Idee, in diesem Frühjahr die mittelgroßen Hallen, die „Element Of Crime“ sonst so bespielen, zu meiden und schlicht in den größten Städten der Republik jeweils einige Abende hintereinander in einem Club aufzutreten. Motto der Konzertreihe: „Wir hängen tagsüber ab und spielen abends im Club.“ Nun lässt sich darüber streiten, ob die Fabrik in Altona ein Club ist – doch wer an einem der vier Abende knapp zwei Stunden in jener Konzert-„Location“ dem Musikgeschehen beiwohnte, weiß: Richtiger Ort, richtige Band.

Das Trompetenspiel Regeners, sein kratziger Gesang und sein „schrammeliges“ Gitarrenspiel, die Liedgitarre von Jakob Ilja, Uwe Bauer am Schlagzeug und Mundharmonika, dazu Bass und Geige: Alles harmonisiert.

„Element Of Crime“ geben gleich zu Beginn richtig Gas. Als dritter Titel kommt „Delmenhorst“. Regener selbst betonte in der ihm eigenen ironischen Art und Weise, es sei immer ein Risiko, gleich zu Beginn einen der größten Hits rauszuhauen. Da musste natürlich jeder im Saal schmunzeln, in der Gewissheit, was da noch alles kommt!

Ein Wunschkonzert

Von ihrer bis dato letzten Studioplatte, „Immer da wo du bist bin ich nie“, kommen „Am Ende denk ich immer nur an dich“, „Deborah Müller“ und als letzter regulärer Titel vor dem Zugabenblock der Title-Track des Albums. Alle Songs sind unglaublich präsent.

Den Autor dieser Zeilen freute es besonders, dass im Gegensatz zum letzten Hamburg-Gastspiel in der Alsterdorfer Sporthalle (okay, definitiv kein Club) mehr Songs von „Mittelpunkt der Welt“ dargeboten wurden. „Straßenbahn des Todes“, der Title-Track und das zeitlose, wunderschöne „Die letzte U-Bahn geht später“. Auch englischsprachige Nummern ihrer frühen Schaffensphase sowie ein, so Regener, „E-Moll-Block“ – die einzigen Minuten zum Durchschnaufen – durften nicht fehlen.

Und so spielt sich das Quintett an diesem Abend munter durch ihr Songrepertoire und gibt am Ende gleich vier Zugaben, inklusive „Weißes Papier“.

An sich sind „Element Of Crime“ zu groß für einen kleinen Club wie die Fabrik in Altona. Aber genau das macht ja den Reiz eines solchen Konzertabends aus.

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