Filmkritik: „Captain Phillips“ – Tom Hanks brilliert auf hoher See

captain-phillips-sony-picturesSony Pictures/ YouTube Screenshot

Captain Phillips (Tom Hanks) umschifft mit dem voll beladenen Maersk-Frachter Alabama das Horn von Afrika. Schon vor der Reise beschlich den erfahrenen Seefahrer ein ungutes Gefühl – ein langes Gespräch im Auto mit seiner Ehefrau zum Flughafen lässt Schlimmes erahnen. An Bord des Containerschiffes ordnet Phillips an, die Sicherheitsmaßnahmen zu überprüfen. Doch auf hoher See nähern sich auf dem Radar plötzlich zwei Schiffe: Piraten aus Somalia. Es beginnt ein Rennen um Leben und Tod. Denn für den Ernstfall scheint das Schiff nicht ausgelegt. Es ist an Phillips und der Crew, das Unheil abzuwenden. (Achtung, Spoiler!) Doch die Piraten gelangen an Bord und nehmen Phillips als Geisel. Schließlich eilt Hilfe herbei: Die Navy schickt mehrere Kriegsschiffe.


In Captain Phillips brilliert Oscar-Preisträger Tom Hanks – das sei, gewiss nicht besonders überraschend, vorweggenommen. Auch der weitere Cast weiß zu überzeugen. Der Film ist spannend inszeniert – und trotz einer Spielzeit von mehr als zwei Stunden bleibt er stets packend.

Ein Großteil der Szenen wurde tatsächlich auf hoher See gedreht. Regisseur Paul Greengrass scheute keine Kosten und Mühen, und das ist dem Film anzumerken.

Zudem konnte Greengrass für die zweimonatigen Dreharbeiten auf einen Maersk-Frachter und Schiffe der Navy zurückgreifen. Auch die Original-Crew stand beratend zur Seite – handwerkliche Fehler konnten so „umschifft“ werden.

Doch: Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit. Und genau dies macht die „Geschichte“ so schwierig: Zwar wird in wenigen Minuten versucht, auf die Lebensnöte der Menschen in Somalia hinzuweisen. Aber der Umgang mit den Piraten, von großen Bandenführern geleitet, mutet schockierend an. Das massive militärische Eingreifen lässt die Frage aufkommen, ob die westliche Welt wirklich gewillt ist, eine friedliche Lösung herbeizuführen und die Lebensumstände an der Küste Afrikas zu verbessern.

So lange aber ein Film wie „Captain Phillips“ zum Nachdenken anregt und er trotz einer „erschreckenden“ Geschichte packend inszeniert ist, hat das Kino seine Pflicht getan. Es bleiben das großartige Schauspiel von Hanks, ein nicht durchhängender Spannungsbogen und eine verstörende letzte halbe Stunde.

„Captain Phillips“ im Verleih von Sony Pictures startet am 14. November in den Kinos.

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