Filmkritik „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“: Großes Fantasy-Kino

the-hobbit-warner-brosWarner Bros.

Selten erlangte ein Kinderbuch einen solchen Weltruhm wie „Der Hobbit“ von J.R.R. Tolkien aus dem Jahre 1937. Nachdem bereits der „Herr der Ringe“ in drei fulminanten Teilen von Regisseur Peter Jackson verfilmt wurde, kommt nun endlich der erste Teil der Hobbit-Triologie ins Kino.

Die Jahre vor dem Produktionsstart waren turbulent, immer wieder stand das Projekt auf der Kippe, es ging um Rechte, Klagen – und am Ende stellte sich heraus, dass doch Peter Jackson auf dem Regiestuhl Platz nimmt: Keine schlechte Nachricht für Freunde des Geschehens in Mittelerde. Auch die Tatsache, dass erstmalig 48 Bilder pro Sekunde zum Einsatz kommen – statt wie bisher 24 – und mehrerer hundert Millionen Dollar Produktionskosten zeugen von der Wichtigkeit dieses Projektes für Warner.

In knapp 170 Minuten wird so denn das Fantasy-Epos Tolkiens auf die große Leinwand gebracht. Hobbit Bilbo Beutlin, gespielt von Martin Freemann („The Office“), ist zunächst wenig erfreut, als der Zauberer Gandalf (Ian McKellen) ihm ein Abenteuer unterbreitet: Gemeinsam mit ihm und dreizehn hungrigen und jähzornigen Zwergen unter der Führung von Thorin Eichenschild („Richard Armitage“) möge er die Reise antreten, und zurückkehren ins Königreich der Zwerge, das sich der Drache Smaug ob des vielen Goldes einst unter den Nagel gerissen hat.


Während der erste Teil des Film in aller Ruhe das Szenario im Auenland zelebriert – unterhält, aber nicht mitreißt, gefolgt von teils etwas langatmigen Kampfszenarien mit all dem Ork-Gesindel, das sich in einer Fantasy-Welt nun mal so rumtreibt, kommt spätestens mit Gollum und der „Rückkehr“ des Rings jene „Herr der Ringe“-Stimmung zum Tragen, die die ersten drei Teile auszeichnete.

„Was hast du in deinen Taschen?“

Die Bilderwucht ist beeindruckend, fesselnd und auch in der Version ohne 3D eine wahre Freude. Einmal mehr hat Jackson in Neuseeland viele, viele stimmungsvolle Sets erschaffen. Die musikalische Umrandung von Howard Shore, der sich „natürlich“ auch schon für die Klänge bei der „Herr der Ringe“ verantwortlich zeichnet, ist stets stimmig.

Teilweise sind derweil die „Star Wars“-Anspielungen etwas überzeichnet – inklusive „Jabba the Hutt“-Abklatsch. Doch freilich muss betont werden, dass die Tinte Tolkiens schon jahrzehntelang getrocknet war, ehe George Lucas sein futuristisches Weltraumspektakel zeichnete.

Dass Jackson in die drei Hobbit-Filme offenbar so ziemlich alles „reinpackt“, was Tolkien einst noch neben seinen Werken aufgeschrieben hat, ist nicht verwerflich. Auch die Auslegung der Romanvorlage werden ihm wohl viele Tolkien-Fans nachsehen.

Und so wird es kaum einen Cineasten geben, der nach den 169 Minuten nicht schon an den kommenden Dezember denkt: Dann nämlich – und erst dann – geht die Reise zum Einsamen Berg weiter.

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