Filmkritik „Der Hobbit – Smaugs Einöde“: Kleiner Hobbit weckt großen Drachen

the-hobbit-the-desolatoin-of-Smaug-warner-bros-screenshot-youtubeWarner Bros./ Screenshot YouTube

Vor einem Jahr kam mit „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ der erste Teil der auf der Kindergeschichte von J.R.R. Tolkien basierenden Triologie ins Kino. Bereits vor dem Kinostart war bekannt geworden, dass sich Regisseur Peter Jackson – und vermutlich auch das Filmstudio Warner Bros. ob erhoffter Mehreinnahmen – für drei Teile entschieden haben. Und so zeigte der erste Teil, wie sich der kleine Hobbit, eine Horde Zwerge und ein Magier zusammentun, um das Heimatland der Zwerge zurückzuerobern.

Im zweiten Teil „Der Hobbit – Smaugs Einöde“ rücken der nicht immer unerschrockene Bilbo (Martin Freeman) samt Ring in der Tasche, der weise Zauberer Gandalf (Ian McKellen) und die von Thorin (Richard Armitage) angeführten Zwerge dem Drachen Smaug auf die Pelle, der es sich zuletzt gemütlich gemacht hat in seinen Bergen voller Gold und Schmuck.


Der Weg zu „seiner“ Festung derweil ist erschwerlich, grimmige Orks oder riesige Spinnen stellen sich den Abenteurern in den Weg. Doch nach einem nicht ganz so freundlichen „Hallo“ stehen die Elfen dem kleinen Hobbit und seinen Begleitern zur Seite.

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Nun, nachdem der erste Hobbit-Teil sehr atmosphärisch des Weges kam und vermutlich viele Kinobesucher eingeplant haben, einmal im Auenland Urlaub zu machen (bitte zwei Flugtage einplanen), ist der zweite Teil düsterer, finsterer und brachialer. Jackson hat das richtige Händchen dafür, einen erneut stimmungsvollen Film aus dem Hut (nicht Gandalfs) zu zaubern. Gerade die Wasserstadt Esgaroth versprüht den Charme eines Fantasy-Epos wie es im Buche steht. So manch Abweichung von der Vorlage jedoch ist offensichtlich, und das auch wenn die Lektüre des kleinen Hobbits noch immer aussteht. Eine – Achtung, Spoiler – hinzugedichtete Romanze zwischen einem Zwerg und eine Elfin lässt einen kurz an George Lucas denken. Aber nur kurz.

Smaug und seine Hängematte

„The Hobbit: The Desolation of Smaug“ hängt zwischen dem ersten Teil und dem – natürlich ersehnten – dritten Teil selbstredend in der Luft, versprüht dabei aber nicht die Magie wie etwa „Die zwei Türme“. Zwar reißt der Erzählfaden in diesem zweiten Hobbit-Streifen nie ab, doch ein wenig zu „episodenhaft“ und hervorsehbar kam dem Autor dieser Zeilen der Teil vor. Langeweile kommt aber in den rund 160 Minuten nie auf.

Nun ist es müßig immer wieder zu betonen, dass „Der Herr der Ringe“ viel mehr Stoff für eben drei Teile bot. Doch Warner Bros. muss sich fortan an drei Hobbit-Filmen messen lassen – und lieferte mit „Der Herr der Ringe“ einen fulminanten Dreiteiler ab. Und so wäre vermutlich die Entscheidung, packende zwei Teile in die Kinos zu bringen – und gerne erneut viel Bonus-Material für J.R.R. Tolkien Bewunderer auf DVD zu packen – die bessere gewesen.

Denn handwerklich ist an „Smaugs Einöde“ nichts anzusetzen: Der „geweckte Riese“ Smaug – im Original gesprochen von Benedict Cumberbatch, und auch eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht von der Hand zu weisen – ist tatsächlich furchterregend, wiederkehrende Charaktere wie Gandalf oder Legolos (Orlando Bloom) fügen sich perfekt in das Szenario, der Cast ist großartig, die Effekte sind fulminant und der Score fügt sich in Perfektion.

Die „Herr der Ringe“-Triologie stößt Jackson mit seinen Hobbit-Filmen aber nicht vom Fantasy-Thron – das lässt sich nach den nunmehr zwei gezeigten Teilen schon sagen. Aber er bereitet weltweit vielen Cineasten vergnügliche Stunden. Und das ist viel wert.

Der Hobbit startet am 12. Dezember im Verleih von Warner Bros. in den deutschen Kinos.

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