Filmkritik: „Nicht mein Tag“ – Peter Thorwarth und ein weiterer Humor-Kracher

nicht-mein-tag-sony-pictures-youtube-screenshotSony Pictures / YouTube Screenshot

Dem Regisseur Peter Thorwarth ist mit „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“ einst ein Meisterwerk geglückt. Prädikat: Kult – ohne wenn und aber. Auch die weiteren Teile der „Unna-Triologie“, sprich „Was nicht passt wird passend gemacht“ und „Goldene Zeiten“ waren Glanzlichter des deutschen Kinos.

Zuletzt hat Thorwarth eine Humorpause eingelegt, ehe er mit dem kongenialen Stefan Holtz (Drehbuch) daran machte, die Buchvorlage „Nicht mein Tag“ von Ralf Husmann filmisch umzusetzen.

Der Film macht so vieles richtig, ist so „saukomisch“ – gleich vorweg sei daher der einzige Schwachpunkt genannt, ehe wir die Lobhudelei für die Kinosause ohne Handbremse fortsetzen können: Am Ende überdreht der Film. Analog zu „Bang Boom Bang“ gibt es zwar einige „Aha-Momente“, doch auch wenn filmische „Übertreibungen“ – womöglich teils der Romanvorlage „geschuldet“ (vom Autor dieser Zeilen nicht gelesen) – durchaus an der Tagesordnung sind, hätte es der „Hangover“-typischen „exzessiven“ Überladung im Verlauf der zweiten Filmhälfte schlicht nicht bedurft.


Doch wer nun gedacht hat, Thorwarth verfilmt mal eben das Buch von Husmann, der unter anderem die großartige Serie „The Office“ hierzulande als Stromberg „inszeniert“ hat, der irrt. So witzig manch Idee von Husmann auch ist – auch die Handschrift des Regisseurs ist klar zu erkennen.

Analog Quentin Tarantino in den USA muss Thorwarth nur rufen – und die Stars stehen auf der Matte und werden brilliant in Szene gesetzt: Moritz Bleibtreu überzeugt vollends als Nappo Navroki. Dieser braucht dringend „Bares“ für einen neuen Flitzer und überfällt eine Bank. Mit Till Reiners (Axel Stein) nimmt er eine „gutmütige“ Geisel. Miriam (Anna Marie Mühe) ist jedoch ob der akuten Ehekrise gar nicht mal sonderlich besorgt, als ihr Gatte Till einen Tag lang nicht auffindbar ist.

Nappo, seine Freundin Nadine (Jasmin Gerat) und Till machen sich so denn auf nach Amsterdam. Ein Job ruft – und das Abenteuer beginnt.

„Man, du!“

Es ist schlicht eine große Freude, die Akteure des Films in Aktion zu überleben. Bis in die kleinste Nebenrolle ist „Nicht mein Tag“ großartig besetzt. Dass mit Chrsitian Kahrmann oder Ralf Richter („man du!“) gleich zwei „Unna“-Akteure in Gastrollen an Bord sind, dürfte nicht nur hartgesottene Fans freuen, denn: Alles fügt sich bestens.

Neben dem großartigen Moritz Bleibtreu als Nappo ist Axel Stein die Überraschung des Films: Sieh an, der Sohn von „Hausmeister Krause“ kann also auch großes Kino.

Wer über „Bang Boom Bang“ herzlich lachen konnte, der wird auch „Nicht mein Tag“ mit Tränen in den Augen ins Herz schließen. Nur am Ende wird vermutlich das ein oder andere Auge zugedrückt.

„Nicht mein Tag“ startet im Verleih von Sony Pictures am 16.01.2013 in den deutschen Kinos.

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