Kein Urlaub? Forschungsstudie über deutsches Reiseverhalten irritiert

flugzeug-luftaufnahme-lissabon-2013-andres-lehmannAndres Lehmann

Eine Studie sorgt für Aufregung bei Spiegel Online. Diesmal geht es also bei den Kollegen einmal nicht um einen überübernächsten König. Und auch nicht darum, ob Robert Lewandowski mit dem falschen Bein aufgestanden ist. Nein. Das Thema dreht sich um uns alle.

Die Studie „The climate impact of travel behavior: A German case study with illustrative mitigation options“ stammt von Forschern aus Norwegen und Österreich. Borgar Aamaas, Jens Borken-Kleefeld und Glen Peters gehen der Frage nach, welche Folgen die deutsche Reiselust („Reiseweltmeister“) für das Klima hat.

Und das Ergebnis: Negative Auswirkungen auf das Klima haben Reisen mit dem PKW und Flugzeug. Ach?


Nun, wir haben die Auswertung der Studie nur… überflogen – doch ein Satz streicht SpOn heraus: Die größte Wirkung ließe sich durch den Verzicht auf Ausflüge in der Freizeit erreichen, gerade bei Fernreisen. Oder anders formuliert: Zu Hause ist es doch auch schön, Fernweh bitte unterbinden.

Ich bin dann mal nicht weg?

Zumindest im Forum von SpOn erleben die Forscher mit der These „keine Urlaubsflüge“ teils eine Bruchlandung. Manch Urlauber auf Mallorca wird beim Lesen des Artikels auf seinem Smartphone womöglich der Strohhalm aus dem Mund gefallen sein. Wie, nicht mehr reisen?

Da laut der Forscher die Umsetzung von technischen Verbesserungen im Hinblick auf den Klimawandel zu sehr ein Politikum sei, ist vor allem die sogenannte Mittelklasse gefragt: Selbst handeln. Zug fahren. Fahrrad fahren. Und New York per Google Maps bestaunen?

Eine These – die zumindest diskussionswürdig ist: Laut Rechnung des Forscherteams sind zwei Flugreisen pro Jahr gleichzusetzen mit allen im Schmitt mit dem PKW zurückgelegten Kilometern binnen des gleichen Zeitraums. Die Frage ist aber, welches Signal ein solcher Vergleich aussendet. Frei nach dem Motto: Ach, dann ist doch eh Wurst, ob ich beim Metzger um die Ecke mit dem Auto vorfahre…

Interessant aber ist, welches Echo der Artikel bei Spiegel Online nach sich zieht. Vielleicht haben wir in Hamburg auch einfach gut reden: S- und U-Bahn gibt es nun mal nicht in jeder Stadt. Und Auto fahren in der Großstadt ist ohnhin ein Abenteuer, das zuweilen gerne vermieden wird. Dennoch sind wir alle gefragt, unser Verhalten stets zu hinterfragen. Nur den Müll zu trennen, reicht eben nicht aus, um Mutter Erde gerecht zu werden.

Tja, und wann kommt denn nun das Langstrecken-Elektroflugzeug?

Hoffentlich, bevor es zu spät ist…

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