Wann einigen sich Gema und YouTube?

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Ein Interview mit der Gema kann sehr dröge sein. Doch entscheidend ist wohl, was zwischen den Zeilen zu lesen ist.

Die Süddeutsche Zeitung schickte sich in ihrer heutigen Ausgabe an, Alexander Wolf, Syndikus der Gema für Internationale Rechtsfragen, zu interviewen. Die Grundsatzfragen: Warum erzielen die Gema und YouTube, die „spielende“ Google-Tochter, seit 2009 keine Einigung? Warum sind viele Videos in Deutschland für Nutzer gesperrt?

Wolf betont, die Nachverhandlungen verlaufen seit drei Jahren ergebnislos. Außerdem hätte das Hamburger Landgericht vor kurzem entschieden, dass nur zwölf Musikwerke auf YouTube gesperrt werden müssen. Alle weiteren Titel hätte YouTube aus „eigenen Stücken“ gesperrt.


Der Rechtsexperte spricht zudem davon, dass mit dem Hinweis, „Leider ist dieses Video … in Deutschland nicht verfügbar. Die GEMA hat die Verlagsrechte hieran nicht eingeräumt“ Stimmung gegen die Verwertungsgesellschaft gemacht würde.

Ewige Verhandlungen

Die Gema sei verpflichtet, für ihre Mitglieder die „bestmöglichen finanziellen Vergütungen auszuhandeln“, so Wolf in der Süddeutschen. Offenbar ist Google nicht bereit, in Gänze auf die Forderungen der Gema einzugehen.

Eine weitere „Spitzfindigkeit“ ist die Unterscheidung zwischen Host-Provider und Content-Provider. Die Gema hält YouTube für einen Content-Betreiber, Urteile sehen den Videodienst jedoch als Host-Provider. Natürlich geht es mal wieder um die liebe Haftung bei Kenntnis von illegal eingestellten Werken.

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Und welches Ziel verfolgt die Gema nun in den noch immer laufenden Verhandlungen? „Je höher die Abrufzahlen eines Musikvideos, desto höher fällt die Vergütung für die dahinter stehenden Urheber und Künstler aus“, so der Plan. Dies sei ein „transparentes und faires Abrechnungsverfahren“, unterstreicht Wolf. Google indes peilt an, die Gema an den Werbeerlösen zu beteiligen.

Wie man es dreht und wendet: Da haben sich zwei Platzhirsche gefunden, die sich offenbar nicht über den Weg trauen. Aber eine Lösung muss her, denn im Internet macht nun mal der Ton der Musik. Auch in Deutschland.

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