LG Nexus 5: Gute Tests – doch ist Android 4.4 KitKat „Stock Android“?

android-4-4-kitkat-lg-nexus-5-google-2013-andres-lehmannAndres Lehmann

Das LG Nexus 5 fährt größtenteils – für Google – löbliche Besprechungen ein. Auch ukonio.de hat das Nexus 5 jetzt bereits seit vier Tagen in Betrieb (ab und an legen wir es natürlich auch aus der Hand, müssen ja Artikel schreiben) und findet wenig Grund zur Klage. Einzig die Kamera ist gerade in geschlossenen Räumen mit wenig natürlichem Lichteinfall noch immer kein Überflieger, daran kann auch der neue Bildstabilisator im Vergleich zum Nexus 4 in unseren Augen wenig ändern. Hier wurde im Vergleich zum LG G2, der „Vorlage“, die mit 13 Megapixeln und einem besseren Sensor des Weges kam, womöglich einen Deut zu viel „abgespeckt“. Das ist freilich mäkeln auf hohem Niveau.

Doch eine Frage haben wir uns ebenfalls schon gestellt, die aktuell teils fiebrig im Netz diskutiert wird: Ist Android 4.4 KitKat wirklich noch ein „Stock Android“ – sprich „pures“ Android-System? Oder ein „Vanilla Android“, wie es zuweilen gerne genannt wurde? Die Kollegen von readwrite.com greifen genau diese Frage auf.


Bislang wiederholt sich das Spielchen alljährlich: Google brachte ein neues Nexus-Device samt brandneuem „Stock Android“-Betriebssystem auf den Markt, zuletzt das LG Nexus 4, davor das Samsung Galaxy Nexus, das Nexus S und das HTC Nexus One. Ein paar Monate später dann verteilten die Hersteller wie LG, Samsung, HTC und Co. die neue Version des mobilen Google-Betriebssystems auf ihren Geräten, natürlich samt „hausinterner“ Benutzeroberfläche. Im Falle von Samsung heißt diese TouchWiz, HTC-Jünger etwa vertrauen auf Sense.

Doch Android 4.4 KitKat geht neue Wege – das sehen auch die Kollegen von readwrite.com so und betonen: Google hat – frei übersetzt – das „pure“ Android ebenfalls mit einer eigenen Benutzeroberfläche versehen. Bei unserem Test von Android 4.4 KitKat haben wir dies ebenfalls schon – etwas dezenter – herausgearbeitet: Sehr markant etwa ist die Einbindung von „Google Now“. Der Ortungsdienst und Ratgeber für alle Lebenslagen nimmt eine ganze Seite, Tab, Bildschirm (ihr wisst, was wir meinen) in Beschlag. Zudem ist die Liste weiterer Google-Apps deutlich länger geworden, etwa „Google Play“, eine App, die alle installierten Spiele zusammenfasst.

LG Nexus 5 ist somit ein ausgereiftes Smartphone samt des brandneuen Betriebssystems Android 4.4 KitKat. Doch ob wir tatsächlich weiterhin von Stock Android sprechen können? Ein dezentes Fragezeichen sei an dieser Stelle gesetzt.

Weitere Meldungen zum neuen Nexus 5

Das LG Nexus 5 ist seit letzter Woche über den Play Store zu beziehen: Am vergangenen Donnerstag ab 19 Uhr konnten Nexus-Jünger auf der ganzen Welt zuschlagen. Die ersten Besteller sollten die „heiße Ware“ bis zum 4. November zugestellt bekommen, nach einer Stunde schon hieß es, Lieferung bis zum 8. November. Trotz dem auch die ukonio.de-Redaktion gut eine Stunde „zu spät“ dran war, können wir uns nicht beschweren: Am 5. November traf das LG Nexus 5 bei uns ein.

Wer so denn heute auf die Idee kommt, ein LG Nexus 5 via Play Store zu ordern, für den sieht es in Bezug auf die Zustellung nicht mehr ganz so rosig aus: Die schwarze Variante des Nexus 5 verlässt das Lager in „vier bis fünf Wochen“. Bei der weißen Variante – „nur“ die Rückseite unterscheidet sich, die Front ist identisch – muss sich der Käufer zwei bis drei Wochen gedulden. Die Angaben über die mögliche Zustellung variieren nahezu täglich.

In den ersten Tests schneidet das Nexus 5 durchweg positiv ab – wobei Ausreißer nach ganz oben ausbleiben. Ein Zerriss oder ähnliche „Unannehmlichkeiten“ bleiben für Google aus.

Exemplarisch sei einmal der Test der USA Today genannt, gibt es doch die allgemeine „Test-Stimmung“ in Bezug auf das neue Stock Android Phone samt seines 4,95 Full HD Display gut wieder: Das Nexus 5 sei ein „solides Smartphone, zu einem großartigen Preis“.

Kamera mit Bildstabilisator, aber…

Der Eindruck der Kamera ist deckungsgleich mit den Einschätzungen der ukonio.de-Redaktion: Zwar ist die 8 Megapixel-Kamera so denn mit einem optischen Bildstabilisator ausgerüstet, aber gerade bei nicht so guten Lichtverhältnissen sind die Schnappschüsse noch immer nicht „umwerfend“. Immerhin: Ein Rauschen, wie es bei Bildern, die mit dem Samsung Galaxy Nexus geschossen wurden, ist so nicht mehr vorhanden.

Die USA Today führt an, dass allen voran mit dem iPhone 5S, Nokia Lumia 10210, HTC, Samsung Galaxy S4 oder eben dem LG G2 bessere Schnappschüsse erstellt werden können. Wir möchten an dieser Stelle auch noch das Samsung Galaxy Note 3 anführen, das ganz oben in der Schnappschuss-Liga mitspielt.

Interessanterweise basiert das Nexus 5 ja auf dem LG G2, wobei das „zweite“ Flaggschiff des südkoreanischen IT-Giganten mit einer 13 Megapixel-Kamera des Weges kommt. Nur, damit wir uns hier richtig verstehen: Das Nexus 5 macht keine schlechten Bildern. Zumindest der Autor dieser Zeilen hat auf Reisen ohnehin immer seine Spiegelreflex-Kamera dabei. Und bei „Outdoor“-Schnappschüssen gibt es das Nexus 5 keine Blöße. Nur im Redaktionsflur stieß das Nexus 5 an seine Grenzen.

Ob nun, wie die Kollegen schreiben, der Preis der größte Pluspunkt ist, vermögen wir so nicht zu sagen. Klar, die 32 GB Variante kostet „nur“ 400 Euro. Doch dies zeigt einmal mehr, wie – in unseren Augen (subjektiv!) überteuert allen voran das iPhone 5S ist, das in der gleichen Speicheranordnung mal eben das doppelte kostet. So schön der Preis im Vergleich auch sein mag – unbestritten: Der in unseren Augen größte Pluspunkt ist die gesamte Aufmachung des Nexus 5 – sehr solide, robust, wertig. Und das obwohl kein Aluminium verbaut wurde.

Nexus 5 und der satte Display-Pluspunkt

Und der richtige Knaller ist das Display: Gestochen scharf, brilliante Farben – und selbst wenn das Nexus 5 etwas geneigt wird, ist noch immer alles zu erkennen, die Spiegelungen sind kaum der Rede wert. Dank Gorilla Glas 3 dürften Kratzer zudem nicht an der Tagesordnung sein. In Kombination mit dem peppigen Android 4.4 KitKat ist das „Starren“ auf das Display die reinste Freude. Wenngleich die ganz großen Veränderungen im Vergleich zu Android 4.3 Jelly Bean ausblieben.

Dies ist aber kein Manko, wie wir im Test des neuen mobilen Google Betriebssystems bereits beschrieben haben.

Im Grunde genommen aber ist die Wertung von USA Today deckungsgleich mit einigen weiteren Einschätzungen: Gut verbaut – das Nexus 5 soll sich übrigens auch gut „auseinanderschrauben“ lassen, und ist somit für schnelle Reparaturen „im Fall der Fälle“ gemacht – , starker Preis, dünnes und leichtes Gehäuse.

Die Kamera jedoch ist kein Überflieger – dennoch wurden hier die Hausaufgaben im Vergleich zu den Nexus-Vorgängern gemacht. Löblich ist freilich auch, dass das Nexus 5 – im Gegensatz zum Nexus 4, das ebenfalls von LG Electronics gefertigt wurde – nun auf LTE setzt. Vermutlich im nächsten Jahr dürfte sich der schnell 4G-Standard auch hierzulande durchsetzen. Ein Punkt, der vermutlich auch immer wichtiger wird: Das Fußballspiel „FIFA 14“ oder das Fun-Rennspiel „Sonic & SEGA All-Stars Racing“ bereiten auf dem Nexus 5 große Freude – kein Ruckeln, flüssige und gestochen scharfe Grafik. Was will der Gamer mehr?

An Negativpunkten möchten wir noch anführen, dass der Akku nicht einfach austauschbar ist – jedoch werden wir einige Handgriffe benötigt (es wurde wenig Kleber verwendet), um an den Akku zu gelangen. Auch fehlt bei Nexus 5 einmal mehr ein microSD-Slot. Bei 32 GB internen Speichers – das Nexus 4 erschien in den Varianten 8 und 16 GB – ist dies aber halbwegs verschmerzbar. Wie wacker sich der Akku hält, werden die kommenden Tage und Wochen zeigen. Da der Kontrast des Display nun stufenlos eingestellt werden kann, hat es der Nutzer aber „besser in der Hand“.

Ab Ende November soll das LG Nexus 5 übrigens auch über die Metro-Töchter Media Markt und Saturn zu bekommen sein. Dann jedoch für 50 Euro mehr als im Google Play Store. Da dort die Wartezeiten aktuell aber nach oben schießen, gibt es zumindest in Kürze mehrere Optionen für den Kauf.

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