Beste neue Show seit Jahren?

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Das muss man sich einmal vorstellen: Da war Thomas Gottschalk mit seiner Berliner „Live“-Sause genau vier Mal auf Sendung, und bereits nach der ersten Ausgabe am vergangenen Montag gab es einen Abgesang.

Zugegeben, die Premiere mit Michael „Bully“ Herbig war hektisch, doch es folgte bereits in der ersten Woche eine stetige Entwicklung.

Das „Werbe“-Desaster etwa wurde bereits nach der ersten Ausgabe aus der Welt geräumt, doch hartnäckig hielt sich das „Gerücht“, die Sendung „Gottschalk Live“ sei quasi ein einziger Werbeblock im Ersten.

Was ist geschehen? Nun, das Interview mit Bully wurde zweimalig durch Werbung unterbrochen. Selbst die „Vorspann-Einspielmusik“ (Dandy Warhols mit „Bohemian Like You“) ertönte bei Einsetzen der Werbung. Keine Ahnung, welche hippe Person bei der ARD diese Idee hatte, aber nach der ersten Sendung: Geschichte. Wenngleich Harald Schmidt und Helmut Zerlett den Ball natürlich dankend in der Late-Night im Bällchensender Sat.1 aufnahmen.

Doch schon seit der zweiten Ausgabe wurden alle Werbeblocks (außer einem Spot) an das Wetter „drangeklatscht“. Ganz Gewiefte wissen, dass nach dem Wetter ohnehin nur noch zwei Minuten Sendung folgen. Insofern gibt es den „kompakten Tommy“ ab 19:20 Uhr, 20 Minuten „Wetten, dass..?“ ohne Wetten, unterbrochen nur doch einen Spot. Wo genau liegt das Problem?

Hä, mein Libber? Herrschaften…

Der zweite Kritikpunkt: Die Gespräche seien zu hektisch. Auch hier stellte sich eine Besserung ein, das beste Beispiel: Die gestrige Ausgabe mit Anke Engelke und Duran Duran.

Engelke durfte als „Sidekick“ die ganze Sendung über bleiben, und einer 80s-Band wie Duran Duran stellt man eben zehn Fragen, und weiter geht’s, kein Problem. Gottschalk interviewt seine Gesprächspartner seit über 30 Jahren immer auf die gleiche Arte und Weise. Das mag man, oder nicht. Der aktuelle Tagesbezug ist zudem auch immer erkennbarer, wenngleich noch nicht jeder Gag zieht.

Doch die Sendung am gestrigen Montag bot erneut kurzweilige Unterhaltung, Gottschalk wird zudem immer lockerer und fühlt sich in seinem Wohnzimmer sichtbar wohl.

Heute Abend schaut Karl Lagerfeld vorbei. Dieser saß schon in den Talkshows von Johannes B. Kerner und Markus Lanz, und erzählte stets 75 (fünfundsiebzig!) Minuten aus seinem Leben. Heute Abend wird er bei Gottschalk zehn Minuten Zeit haben, sich zu entfalten. Das übersteigt die Redezeit, die der Modeschöpfer zuletzt bei „Wetten, dass..?“ hatte.

„Gottschalk Live“, genau die richtige „Unterhaltungsdosis“ am Abend: I like!

4 Kommentare zu "Beste neue Show seit Jahren?"

  1. Welcher "Journalist" verfasst einen swolchen Quark! Auch die Show mit Engelke war die gewohnte Selbstdarstellung des Dampfplauderers. Was der große Carrell konnte – nämlich in diversen TV-Formaten zu brillieren – kann der Münchner mit Zweitwohnsitz Malibu noch lange nicht. Nachdem all seine bisherigen TV-Formate neben "Wetten, dass…?" gefloppt sind, kann man nur hoffen, dass er nicht zum 3. Mal die Moderation der Wett-Show üb ernimmt, um auf dem Bildschirm zu überleben. Hoffentlich schicken die TV-Verantwortlichen den Egomanen endlich zurück in sein Rentner-Paradies Malibu, wo ihn angeblich jeder mag – statt weiterhin unsere Gebühren für den "Show-Titan" (Gottschalk über Gottschalk in BILD") zu verbrennen…

  2. Hallo nach Hamburg,

    zweimal habe ich in diese Sendung rein geschaut. Und ehrlich gesagt wusste ich nicht, warum ich nicht auf den hiesigen Lokalsender umschalten sollte. Die Medienwelt ist hart. Das weiß auch Thomas Gottschalk. Wenn sich 50% der Zuschauer rumdrehen, dann ist das schon ´ne Hausnummer. Und eine zweite Chance ist eigentlich schwer zu bekommen. Wobei Thomas Gottschalk vermutlich für das Desaster nix kann. Da müssen sich die Redakteure der ARD an die Nase fassen.

    Mir persönlich fehlt einfach der Grund, warum ich mir für knapp 30 Minuten eine weitere Quasselsendung anschauen soll. Thomas Gottschalk möge mir diese Überlegungen verzeihen.

    Liebe Grüße aus dem Bergischen

  3. Der Autor scheint doch sehr simpel gestrickt zu sein, wenn er dieser
    Klatsch u. Tratsch Orgie etwas Positives abgewinnen kann. Wer sowas
    gut findet leits sicher Gala.

  4. Ritter Twitter | 1. Februar 2012 um 12:13 | Antworten

    Alles eine Sache der Wahrnehmung.

    Ich fands unterhaltsam . Die Gäste ok. Ihn zu groß für das zeitlich anfangs durch " R Ü D E "Werbetrailer und redundante Wetternachrichten zerhackte Format.

    Aber anscheinend ist es tatsächlich so, daß T.G. dem heutigen Publikum (in dieser kurzen version )zu episch ist – den Älteren zu verkrampft modern erscheinen will – sprich der Zeit hinterherläuft mit amateurhaften Twitter /Facebook Einblendungen.
    ISkype 5.0 beta das natürlich auch das Gegenüber gedownloaded haben muß, finde ich lustig.
    Schau mir mal.

    PS: Hoffe ihr laßt es stehn :

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