Günther Jauch in der ARD und das Skandälchen

guenther-jauch-ard-marco-grobARD/Marco Grob

Jeden Sonntag sendet Günther Jauch seinen Polittalk aus dem Berliner Gasometer. Viele haben sich an die ruhige Gesprächsführung gewöhnt. Jauch träumte immer davon, am Sonntagabend „live“ dabei zu sein, statt sich zu Hause aufzuregen. Im zweiten Anlauf kam der Vertrag mit der ARD so denn zustande.

Am gestrigen Wahlsonntag, die Landtagswahl in Schleswig-Holstein schlug eher kleine Wellen, durfte Jauch gleich 75 Minuten ran. Denkt man sich die Werbepausen hinzu, schon fast stern-TV-Format.

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Und so diskutierte die Berliner Politprominenz munter vor sich hin: Natürlich ging es um die Piraten. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, Grünen-Spitzenfrau Renate Künast oder Gregor Gysi, der das bescheidene Ergebnis der Linken an der Küste kommentieren musste.

Doch dann das: Während Wowereit noch über die Piraten sinniert, die durch Johannes „Twitter“ Ponader vertreten waren, wird es auf einmal hektisch im Studio. Künast ruft „Vorsicht, Vorsicht!“. Die Kamera bleibt auf Wowereit, der einen brüllenden Zuschauer beobachtet. Kurz darauf zeigt die Regie Sicherheitsleute, die den Besucher abführen.


Jauch springt auf und kritisiert das „robuste“ Vorgehen der Security. „Holen Sie den Mann bitte zurück, hier wird keiner einfach aus der Sendung wie in der Ukraine rausgehauen.“ Schlagfertig.

Immerhin hat es der „Störenfried“ geschafft, sein Ansinnen auf die Bühne zu hieven: Wowereit erklärt, es ginge dem jungen Herren wohl um den Neubau der Berliner Schauspielschule „Ernst Busch“, der offenbar vom Tisch ist, da das Berliner Abgeordnetenhaus sich gegen den Bau entschieden habe.

Großes Schauspiel

Günther Jauch muss zugute gehalten werden, dass er sehr souverän mit der Situation umging. Er erkundigte sich weiter nach dem „Flitzer“.

Und als der Student zwei Minuten später das Studio wieder betritt, erhält er genauso Beifall wie kurz darauf Jauch, der zwar klar macht, dass einem Störenfried keine Gewalt angetan werden darf, aber es auch nicht Sinn der Sache sein kann, dass „irgendjemand sich hier rein setzt und dann das, was er gerne in der Sendung verhandelt haben möchte, was aber nicht Gegenstand der Sendung ist, dass das im Grunde dann so mit Gewalt reingedrückt wird.“

Jauch hat dem Besucher Respekt entgegengebracht und sich als Gastgeber in der ARD bewährt. Wie er es sich gewünscht hat.

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