Günther Jauch in der ARD: Es plätscherte so vor sich hin

guenther-jauch-ard-marco-grobARD/Marco Grob

Ganz am Ende seiner einstündigen Sendung verabschiedete sich Günther Jauch: „Auf Wiederhören“ sagte der Moderator. Ehe er eilig ein „Auf Wiedersehen“ hinterher schob.

Im Grunde genommen sollte es in der Plauderstunde um Brasilien gehen. Um die nahende Fußball-WM – und vor allem um die Proteste. Der Titel zumindest ließ dies erahnen: „Fest oder Fiasko?“

Zunächst aber wurde, verständlicherweise, dass Testspiel-Remis (2:2) zwischen Deutschland und Kamerun nachbesprochen. Die Meinung des Ex-Keepers Jens Lehmann mag durchaus gewichtig sein, schließlich hat er sich als TV-Experte durchgesetzt: Von Sky kommend wird Lehmann ab Herbst bei RTL die Qualifikationsspieler der deutschen Fußballnationalmannschaft kommentieren. Und seine Verdienste auf dem Platz sind ohnehin unbestritten.


Auch Béla Réthy wurde erhört. Der ZDF-Moderator lebte bis zu seinem elften Lebensjahr in Brasilien. Doch: Bevor es um das eigentliche Thema ging, und auch Réthy so einiges über die teils sehr bedenklichen Bedingungen vor Ort in Brasilien berichten konnte, verstrichen 40 Minuten.

Glatt am Thema vorbei?

Zuvor durften sich Schauspieler Peter Lohmeyer, Claudia Roth und Edmund Stoiber zu gefühlt hundert Themen äußern. Zwei Minuten lang ging es um die Wutrede von Uli Hoeneß, der einst meinte, mit 7 Euro pro Stehkarte lasse sich kein Stadion finanzieren. Dann drehte sich natürlich alles um Bundestrainer Jogi Löw, der laut Lehmann gar einen Motorroller frisieren würde. Auch der tragische Unfall beim PR-Termin mit Mercedes-Benz, bei dem zwei Menschen verletzt wurden, war Thema. Aber immer nur kurz – schließlich hat die Sendung ja noch ein Thema.

Da „Günther Jauch“ diesmal erst spät um 23 Uhr startete, musste der geneigte Zuschauer schon tapfer sein, um dem plätschernden Spielgeschehen zu folgen. Immerhin listete der ehemalige Ministerpräsident des CSU einmal mehr launig Städtenamen auf, und wenn Spieler also nach Mailand, äh oder nach, äh Paris wechseln, ist der Transrapid auf einmal wieder ganz nahe.

Am Ende wurde dann doch noch gezeigt, wie das Estádio do Maracanã umgebaut wurde: Einst ein Stadion mit 200.000 Stehplätzen, für das sich nahezu jeder Einwohner in Rio de Janeiro ein Ticket leisten konnte, hin zu 80.000 Sitzplätzen für die Oberschicht. Moment Mal, sind wir etwa beim Thema angelangt?

Dann erzählte Réthy noch, wie er einst die Fußball-WM am Radio verfolgte. Tja, und dann war auch schon Schluss: „Auf Wiederhören“.

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