Günther Jauch in der ARD: Dann halt noch mal Uli Hoeneß

uli-hoeness-portraet-hamburg-andres-lehmannAndres Lehmann

Im Prinzip hätte das Motto der Günther Jauch’schen Talk-Sause am Sonntagabend auch auf die Sendung als solches „umgemünzt“ werden können: „Mia san mia“. Jener Ausspruch also, den der FC Bayern München pflegt. Doch der Zusatz des Sendetitels zeigt, wohin die Reise erneut am Sonntag ging: „Uli Hoeneß und die Moral der Mächtigen“. Was die fünf ARD-Talker in den vergangenen Tagen wohl ohne den Uli und seine Millionen in der Schweiz gemacht hätten? Wahrscheinlich über Europa debattiert.

Im Berliner Gasometer schaute so denn einmal mehr der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück vorbei. Das Thema Steuern liegt Steinbrück ob seiner ehemaligen Tätigkeit als Finanzminister natürlich am Herzen. Auch Erwin Huber war vor Ort – als ehemaliger Finanzminister des Freistaates kennt auch er sich mit Bierdeckeln in bayerischen Landen aus. Heribert Prantl der Süddeutschen Zeitung durfte die Ehre die Medienschaffenden hochhalten, die ob der Hoeneß-Berichterstattung ebenfalls teils in die Kritik geraten waren. Und Thomas Gottschalk moderierte im letzten Jahr die 60. Geburtstagsfeier von Uli Hoeneß. Zudem liegen seine Wurzeln freilich auch in Bayern. Seine Rückkehr zur ARD hatte sich der Entertainer jedoch vermutlich auch anders vorgestellt.

Steilpass

Jauch zeigte sich recht engagiert dabei, den vier Gästen entsprechende Vorlagen zu geben. Doch während Erwin Huber versuchte, den Ball flach zuhalten, grätsche ihm ein spielfreudiger Steinbrück bei einem seiner „Lieblingsthemen“ ein ums andere mal gekonnt rein. Prantl machte derweil die Räume eng und kokettierte mit Fachwissen. Thomas Gottschalk hingegen lief ein wenig an der Außenlinie auf und ab – um sich warm zu laufen. Für eine mögliche künftige Show gemeinsam mit Jauch.


Der Erkenntnisgewinn nach 60 – und nicht 90 Minuten – tendierte derweil gen Torauslinie. Zwar betonte Steinbrück ein ums andere Mal, dass es ja nicht nur um Uli Hoeneß ginge, sondern um Steuerhinterziehung und dessen Bekämpfung im Allgemeinen. Doch ohne Uli Hoeneß hätten vermutlich der Huber Erwin und der Tommy den Sonntagabend woanders verbracht.

Und so ging es um die Frage, warum Selbstanzeigen bei Steuerbetrug eigentlich möglich sind. Ob diese Selbstanzeige abgeschafft gehört? Nun, hier fing auch Steinbrück ein wenig mit dem Schlängeln an. Aber es sind ja Wahlkampfzeiten, wie Jauch zwei Mal betonte.

Der Ball ist rund und der Talk dauert 60 Minuten

Tja, und welches Fazit konnte gezogen werden? Nun, irgendwie haben wir den Uli ja lieb. So lange er seine Schuld nur einräumt. Und sich entschuldigt. Die ARD würde ihm gewiss 60 Minuten dafür einräumen. An der Seite von Günther Jauch.

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Auch so, in der Verlängerung durfte dann Peer Steinbrück, im Aufsichtsrat bei Borussia Dortmund sitzend, angesprochen auf das Thema „Wechsel von Mario Götze zu den Bayern“, noch darauf hinweisen, dass in der letzten Meistersaison viele Spiele gewonnen wurden. Und das auch ohne den verletzten Mario Götze.

Günther Jauch hingegen hätte vermutlich die letzten beiden Sendungen Schwierigkeiten dabei gehabt, Uli Hoeneß zu ersetzen.

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1 Kommentar zu "Günther Jauch in der ARD: Dann halt noch mal Uli Hoeneß"

  1. Theo Gluminski | 29. April 2013 um 16:36 | Antworten

    Was Ulli Hoeneß von Ulli Hoeneß, der Wein säuft und Wasser predigt, und Geld vor der
    Steuer in die Schweiz transferiert hält ? NIX. (NICHTS)

    Mit freundlichem Gruß
    Theo Gluminski

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