Der HSV kann es, und wie!

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Hamburg. Gerade zur rechten Zeit kam der HSV mit einer überzeugenden Spielweise gegen Hannover 96 zu einem hochverdienten Sieg. Durch diesen ersten Heimsieg nach sieben Spielen ohne Dreier verschafften sich die Rothosen mit nun 34 Punkten etwas Luft im Tabellenkeller.

Wenn Hamburger Angst vor diesem Spiel hatten, dann vielleicht die Zuschauer auf der Tribüne. Die Spieler des HSV waren von der ersten Minute an mutig und aggressiv. Die Zweikämpfe wurden angenommen und gewonnen, die Laufduelle gingen an die Hamburger, die dann auch noch kreativer spielten als ihr sicher ersatzgeschwächter Gegner.

Garant des Erfolges war diesmal die absolute Ruhe ausstrahlende Abwehr, die sogar bei den Hannoveraner Kontern nicht wie gegen Leverkusen zum aufgeschreckten Hühnerhaufen wurde, sondern geschickt und beherzt verteidigte und immer direkt auf den Ball ging.

Starke Mannschaftsleistung

Das lag sicher auch daran, dass die ganze Mannschaft ein aufopferungsvolles Abwehrverhalten zeigte und jederzeit auch den langen Sprint zurück nicht scheute. Und als humoristische Anmerkung: Hannovers einzige Sturmspitze Ya Konan hatte laut Eurosport weniger Ballkontakte als sein eigener Torwart. Und Keeper Jaroslaw Drobny? Gewohnt sicher, gewohnt souverän. Es fällt schon gar nicht mehr auf, wie gut er ist.

Im Mittelfeld agierte der technisch versierte David Jarolim wie in besten Tagen, griff auch schon mal – der Zweck heiligt die Mittel – in seine alte Einfädelungs-Trick-Kiste. Aber Zweikampfverhalten und Übersicht auch in engen Situationen – einfach genial. Sein überforderter Gegenspieler Sergio Pinto betrieb Frustbewältigung durch endlose Debatten mit jedem, der ihm länger als fünf Sekunden gegenüberstand.

Die Angriffe liefen wie gewohnt häufig über links, aber nicht mehr so ausschließlich wie in den letzten Spielen. Marcell Jansen spielte sehr stark, im Abschluss mitunter unpräzise, aber mit seinem kämpferischen und erfolgreichen Zweikampfverhalten ein absolutes Vorbild. Schade, dass er frei von Ron Zieler in der 14. Minute nicht einnetzen konnte.

Viele Tormöglichkeiten

Und dann Heung Min Son! Quirlig und nicht zu bremsen. Noch etwas abgeklärter und er hätte zwei weitere Tore machen können. Aber wenn er den Ball hatte, erstarrte die gesamte 96iger Abwehr. Und von ihm angesteckt zeigte auch Markus Berg lange vermissten Drang zum Abschluss. Sein Drehschuss in der 54. Minute hätte das 2:0 sein können.

Trainer Thorsten Fink zog in der ARD Sportschau eine nüchterne Bilanz: „Wir haben Qualität, aber wir sind nicht schlechter und nicht besser als unser Tabellenplatz. Der Trend ist positiv, aber ich werde nicht durch die Gegend laufen und sagen, das alles gut ist.“

Der Stammtisch sagt: Man spielt nur so gut, wie der Gegner es zulässt. Leverkusen etwa war vor zwei Spieltagen „schwach wie eine Flasche leer“ und der HSV nutzte dies nicht aus. Und… egal warum: Der HSV hat gegen Hannover sehr, sehr gut gespielt und hoch verdient gewonnen.

1 Kommentar zu "Der HSV kann es, und wie!"

  1. Der Dino wankte, bleibt aber in der ersten Liga, insofern noch ein Sieg eingefahren wird. Am besten gleich gegen Nürnberg, das müsste langen. Im Sommer aber müssen „sinnvolle“ Verstärkungen her!

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