Befreiungsschlag geht anders

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Hamburg. Beim Traditionsclub Hamburger SV muss weiter der erstmalige Abstieg aus dem Fußball-Oberhaus befürchtet werden. Durch das 1:1 (1:0) im Heimspiel gegen die kriselnde Elf von Bayer Leverkusen verpassten die Rautenträger die Chance, als große Sieger im Abstiegskampf aus dem Osterwochenende hervorzugehen.

„Jeder Punkt ist wichtig, aber heute bin ich mit der Ausbeute natürlich nicht zufrieden. Wir haben ein Minimalziel erreicht, mehr nicht“, grämt sich Trainer Thorsten Fink in der Welt. Stürmer Mladen Petric ergänzt: „Ich habe das Gefühl, dass wir eher zwei Punkte haben liegen lassen. Ein Dreier war auch gegen Leverkusen möglich.“

Diese Meinung kann man dann teilen, wenn man auf die extrem vorsichtig und ängstlich spielenden Leverkusener anspielt. Meine Meinung deckt sich eher mit der von Heiko Westermann: „Es war kein Pech. Wir haben unser Spiel nicht mehr gemacht und darum gebettelt, dass die ein Tor machen.“

Wo sind die Torchancen?

Es stimmt schon sehr nachdenklich, wenn während des gesamten Spiels in der Imtech Arena keine einzige gefährliche Situation vor dem Leverkusener Tor zu verzeichnen war. Der von Gonzalo Castro den Hamburgern geschenkte Elfmeter diente auch nicht der Verhinderung einer zwingenden Chance. Die rechte Angriffsseite des HSV fand über 90 Prozent des Spiels nicht statt. Dort hätte man zur Steigerung der Einnahmen Werbeblenden aufstellen können.

Eine sehr gute Leistung dagegen bot die linke Seite mit Dennis Aogo (leider für das nächste Spiel gesperrt) und Marcell Jansen. Auch dort hätte man sich mehr spielende Unterstützung durch Marcus Berg oder sogar Petric gewünscht. Nur zum Elfmeterpunkt zu laufen und auf eine Kopfballchance zu warten, ist heute zu wenig.

Die Abwehr des HSV stand über weite Strecken sehr gut. Jeffrey Bruma und Michael Mancienne gewannen einige spektakuläre Zweikämpfe. Leider landete der Ball dann häufig durch nervöse Pässe direkt beim Gegner. Gar nicht stimmte die Ordnung bei den kreuzgefährlichen Kontern der Leverkusener.

Bei Kontern anfällig

Es ist sicher richtig, nicht zu früh auf den Mann zu gehen. Aber den Raum dort zu decken, wo mit großer Wahrscheinlichkeit weder Ball noch Gegner zu erwarten sind, ist ein sehr eigenwilliges Abwehrverhalten.

Uneingeschränkt zu loben war wieder einmal Jaroslav Drobny. Der Schlussmann hielt alles was zu halten war, davon mindestens zwei ganz dicke 1:1-Chancen der Leverkusener (Simon Rolfes). Tragisch, dass er durch eine unnötige Ballberührung den Eckball verursachte, der zum dann sicherlich unglücklichen Billardtor der Leverkusener führte.

Das Ergebnis gegen die ebenfalls schwächelnden Leverkusener zeigt wohl den derzeitigen Leistungsstand der Hamburger. Hoffen wir, dass dies gegen die unter Markus Babbel erstarkten Hoffenheimer reicht. „Die Mannschaft hat es begriffen. Wir stellen uns nun auf fünf heiße Spiele ein“, sagte sodenn Fink vor der Partie am Mittwoch bei 1899 Hoffenheim, „auch da müssen wir wieder punkten.“

1 Kommentar zu "Befreiungsschlag geht anders"

  1. Keine Panik, der HSV ist unabsteigbar! 🙂

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