Der „neue“ HSV: René Adler, Rafael van der Vaart und die Wende

frank-arnesen-hsv-manager-2012-andres-lehmannAndres Lehmann

Hamburg. Hinter Frank Arnesen liegen keine einfachen Wochen. Seit nunmehr über einem Jahr ist er Manager des HSV – und erlebte bis dato mehr Tiefen denn Höhen.

Zum Amtsantritt brachte Arnesen gefühlt die halbe Jugendabteilung des FC Chelsea mit in den Volkspark. Für die Defensive kam aus London etwa Michael Mancienne. Gerade dieser wurde schon als Fehleinkauf abgestempelt, auch zu Beginn dieser Saison reihte er sich gewiss nicht in ein wahres Hamburger Abwehrbollwerk ein, das Angst und Schrecken beim Gegner verbreitet. Zuletzt jedoch zeigte sich Mancienne im Zweikampf stark verbessert.

Auch für den Transfer von Milan Badelj wurde der Däne Arnesen kritisiert, blätterte er doch mehrere Millionen Euro auf den Tisch, obwohl Badelj Vertrag in Zagreb auslief: Auch Istanbul war am „6er“ interessiert – Konkurrenz belebt das Geschäft? Arnesen sprach beim HSV-Aufsichtsrat vor – doch die Aufregung hat sich mittlerweile gelegt, gliederte sich Badelj doch gut in das „neue“ HSV-Gefüge ein.


Petr Jirácek wechselte ebenfalls nach Hamburg. Aus Wolfsburg kommend, fügte er sich sogleich gut in die Mannschaft ein. Zweikampfstark aber zuweilen übermotiviert ist der „Rotsünder“ gewiss ein Spieler der Zukunft – der Vertrag des Mittefeldakteurs bis 2016 lässt einiges hoffen. Arnesen und der Rest des Vorstands hatten somit auch hier den richtigen Riecher.

Wozu René Adler? Darum!

Kritik heimste Frank Arnesen vor der Saison derweil auch für die Verpflichtung von Keeper René Adler ein: Wieso kommt da eine neue „1“, wenn doch Jaroslav Drobny in der vergangenen Saison der Leistungsträger im Team der Rothosen war? Nun, bei der 125-Jahr-Feier des HSV in der O2 World wurde Adler fast wie kein Zweiter Akteur gefeiert – seine Leistungen, etwa gegen Hannover, waren an den vergangenen Bundesliga-Spieltagen überragend. Auch wenn Drobny trotz unbestrittener Qualitäten nicht verkauft werden konnte und zudem von hinten bereits gut(e) Nachwuchskräfte „heranrücken“, bleibt festzuhalten: Adler ist ein Gewinn – und der HSV hat einen neuen Star zwischen den Pfosten.

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Vorne im Sturm hat sich ebenfalls etwas getan: Nachdem Leistungsträger wie Mladen Petric abgegeben wurden, stand die Frage im Raum: Hat der HSV ein Stürmerproblem? Nun, der Lette Artjoms Rudnevs wandelt sich derzeit fast zum Knipser und schoss etwa gegen den „kleinen HSV“ am Samstag das entscheidende Tor in der Imtech Arena.

Nur, was wären all diese positiven Signale wert ohne die Millionen von HSV-Edelfan Klaus-Michael Kühne und die Verpflichtung von Rafael van der Vaart? Der Niederländer ist ein Mannschaftsspieler und als Regisseur seit seiner Rückkehr fast an jedem Treffer des Dinos beteiligt. Rafael van der Vaart hat die Mannschaft mitgerissen.

Das weiß auch Frank Arnesen.

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1 Kommentar zu "Der „neue“ HSV: René Adler, Rafael van der Vaart und die Wende"

  1. Die große HSV-Gala hat gezeigt- zu feiern gab es schon lange nicht mehr. Und auch wenn der letzte echte Titel 25 Jahre (!) zurückliegt- die Ansprüche sind immer noch so, als wenn der HSV jede Saison in der CL mitspielt.
    Tut er aber nicht. Im Gegenteil- letzte Saison wäre man fast abgestiegen- und das lag mit Verlaub nicht nur an der von Arnesen mitgebrachten Jugendabteilung der Blues, sondern v.a. an der verfehlten Vereinspolitik der letzten Jahre: Eine gefühlte Ewigkeit war der HSV ohne Sportchef/ Manager, nur weil sich die Verantwortlichen nicht auf einen Kandidaten einigen konnten. Die Trainer wechselten bald schneller als die Spieler eingewechselt wurden- so wurde der Kader von sehr vielen Personen geprägt- und nicht jeder war ein ausgemachter Fachmann. Es stand zuletzt zwar eine Mannschaft aus Stars mit Guerrero, Petric, van Nistelroy, Ze Roberto usw. auf dem Platz- aber sie war letztlich erfolglos, weil sie nur Stückwerk war und die Spieler nicht zusammenpassten. Der fehlende aber einkakulierte Erfolg dieses sehr teuren Kaders führte beinah zum Kollaps des übergewichtigen Patienten HSV- eine strenge Diät war unumgänglich. Und so musste man sich von vielen Star-Spielern trennen.
    In dieser Phase wurde Frank Arnesen verpflichtet, der dann innerhalb weniger Wochen Spieler aus dem Hut zaubern sollte, ohne praktisch was in der Tasche zu haben. Weder für Trainer, noch für Spieler wurde ihm entsprechend Geld zur Verfügung gestellt. Also versuchte er mit möglichst wenig Geld Spieler zu verpflichten, was er ja bekanntermassen auch tat (Spieler wie Töre, Sala aber auch Bruma konnten durchaus immer wieder mal überzeugen), und der bisherige Co wurde der neue Chef, Arnesens Wunschkandidaten auf dem Trainerstuhl blieben chancenlos, die KAsse wurde zugehalten.
    Nach einer erfolglosen Saison, in der in meinen Augen auch gerade die alteingesessenen Stars nicht überzeugen konnten wie Petric, Guerrero oder auch Jarolim kam bei den Verantwortlichen allmählich ein Sinneswandel.
    Arnesen machte mit Norgaard, Masek, Beister(den er langfrisitg an den HSV band) und Calhanoglu bereits sensationelle Perspektiv-Verpflichtungen von absoluten Top-Talenten, holte mit Adler, Badelj Jiracek, Scharner Rudnevs wichtige Kräfte, die in den folgenden Wochen und Monaten tragende Säulen der neuen Mannschaft werden bzw. schon sind. Auch mit diesen Spielern hätte man ganz sicher die Klasse gehalten.
    Mit van der Vaart hat man sicherlich dank der freundlichen Unterstützung des Herrn Kühne den passenden Beschleuniger gefunden, der viel Aufmerksamkeit auf sich zog und endgültig die Stimmung drehte. Van der Vaart wird mit diesem Transfer sicherlich zu einer der HSV-Legenden werden, wenn er es nicht schon längst ist.
    Man darf nur hoffen, dass Herr Kühne (und Herr Seeler) sich in Zukunft etwas zurückhalten mit ihrer öffentlichen Kritik an den Verantwortlichen und den Spielern- damit haben sie sehr viel Schaden angerichtet (- abgeshen davon, dass ihre Meinungen durchaus streitbar waren.) Ich bin mir nicht sicher, ob sich die beiden Herren darüber bewusst sind. Herr Kühnes Äusserungen über Fink lassen dies nicht erkennen, wenn sie denn stimmen, wie die Medien sie berichten.

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