Ikea Altona und die schwedischen Gardinen

ikea-altona-grosse-bergstrasse-eroeffnung-preis-oase-hamburg-2014-andres-lehmannAndres Lehmann

Nun also hat es endlich die Pforten geöffnet: Das erste innerstädtische Ikea weltweit. Nur wurde der Neubau des schwedischen Möbelhauses nicht in der Hamburger Mönckebergstraße errichtet, sondern in der Großen Bergstraße in Altona.

Auch für jenen Hamburger Stadtteil Altona-Altstadt gewiss nicht die wichtigste Shopping-Meile – doch die Eröffnung des Neubaus geht einher mit der Neugestaltung der Fußgängerzone. Frei nach dem Motto: Wenn schon, denn schon.

Im Vorfelde der Eröffnung gab es viele Diskussionen – von Gentrifizierung war die Rede, von einem Angriff auf den ansässigen Einzelhandel. Doch wer die Große Bergstraße entlang flaniert, der wird schnell merken: Ikea kann jener Anker sein, den das Quartier mittelbar benötigt hat. Ein Gewinn an Attraktivität dürfte nicht von der Hand zu weisen sein.


Architektonisch hat sich Ikea ob der neuen Lage – sprich nicht die grüne Wiese, sondern die Innenstadtlage – nicht vollends neu erfunden, aber durchaus löbliche Akzente gesetzt. Große Schaufenster wirken einladend. Inklusive Seitenhieb in Form einer Kunstinstallation: Seht her, unser Bau ist fertig, an der Elbphilharmonie wird noch gewerkelt. Nur geben in der Elbphilharmonie gewiss keine Billy-Regale den Ton an.

Alter Schwede!

Auch im Inneren überrascht das Möbelhaus zuweilen – das im Vergleich zu „sonstigen“ Ikea-Häusern rund 20 Prozent weniger Ladenfläche zu bieten hat: Auf drei Etagen gilt es, das übliche Sortiment zu erforschen. Rolltreppen verbinden die Stockwerke. Fast kommt ein wenig Mall-Feeling auf.

Einladend ist zudem die Kantine mit Blick auf den Verlauf der Großen Bergstraße – gerade in Hinblick auf die Lage dieses neuen Ikeas in Altona ist die Verköstigung gewiss ein wichtiger Faktor.

Wer möchte, kann sich bei Ikea ein Rad leihen oder sich die Ware noch am gleichen Tag liefern lassen: Zwar gibt es Parkdecks, aber das Ansteuern dieses unweit des Bahnhof Altonas gelegenen Möbelhauses mit dem PKW ist gewiss nicht die erste Wahl. Selbst ein Fahrkarten-Automat findet sich im kurz vorm Ausgang gelegenen Bistro: Da ist im wahrsten Sinne des Wortes Zug dahinter.

Nach all dem verbalen Gerangel im Vorfelde und dem eindeutigen Volksentscheid „Pro Bau“ des Ikeas hielt sich der Protest am Eröffnungstag in Grenzen. Eine Demonstration gab es. Plakate mit Aufschriften wie „Willkommen Stau, Lärm, Abgase, steigende Mieten“ wurden ausgerollt. Direkt vor dem Eingang wurden zudem laut Angaben der Polizei ein paar Platzverbote ausgesprochen. Die Skepsis bei einigen Nachbarn bleibt.

Doch ob dieses Modell eines innerstädtischen Ikeas tatsächlich aufgeht, wird sich erst im Verlauf der kommenden Jahren zeigen. Spannende Zeiten also in der Großen Bergstraße: Hier kannst du dein blaues Wunder erleben.

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