Lange Nacht der Museen in Berlin: Sehen und gesehen werden

berliner-dom-2015-andres-lehmannAndres Lehmann

Der Rahmen hätte für die „Lange Nacht der Museen“ in Berlin nicht besser sein können: Mildes Spätsommerwetter lockte viele Besucher auf die Museumsinsel und zu all den anderen Standorten. Berlin ist groß – und eine Lange Nacht der Museen in der Bundeshauptstadt keine Schwarzmalerei, sondern ein Bild mit vielen bunten Punkten. Zumindest dann, wenn der Übersichtsplan begutachtet wird: Kultur wird nahezu auf dem gesamten Stadtgebiet groß geschrieben.

Wer die Museumsinsel als Startpunkt der Kulturreise auserkoren hat, der entschied sich womöglich zunächst für das „Neue Museum“. Wenngleich die Wartezeit hier am frühen Abend rund eine halbe Stunde betrug, hat sich die Warterei gelohnt. Denn auf drei Etagen werden zahlreiche Führungen angeboten, und wer möchte, kann so durch mehrere tausend Jahre Menschheitsgeschichte „springen“. Egal ob Ägypter oder Germanen, Bronze- oder Eisenzeit: Wer einen gebildeten „Lehrmeister“ erwischt, bekommt dank der ausgestellten Utensilien sehr anschaulich erklärt, warum die Evolution welchen Weg eingeschlagen hat. Denn irgendwie drehen wir ja alle am Rad. Ein womöglich perfekter Start für eine Museumsnacht in Berlin. Doch damit ist natürlich noch… lange nicht Schluss in dieser Nacht.

Weiter geht es zum „Berliner Dom“, der altehrwürdigen Hofkirche der Hohenzollern, in der sich hunderte Menschen im Mittelschiff tummeln – und dennoch geht es bedächtig zu.

Zwischen den Museen sind zahlreiche Liegen aufgestellt, Getränke werden ausgeschenkt: Auch die Atmosphäre und das menschliche Zusammensein gehört zum Gesamtkunstwerk Museumsnacht dazu. Ein Blick auf den übersichtlich gestalteten Plan zeigt auf, wohin die Reise als nächstes geht.


Mit dem Shuttlebus, die die ganze Nacht zwischen zahlreichen Museen verkehren, geht es so denn weiter Richtung Bauhaus – Museum für Gestaltung. Wer all die anschaulichen Modelle, „zeitlosen“ Stühle und Utensilien für den häuslichen Gebrauch samt ihrer interessanten Formgebungen begutachtet hat, schaut womöglich auf die Uhr und denkt sich nach dem Rundgang durch das Haus: In wenigen Minuten ist sie zu Ende, die „Lange Nacht der Museen“ in Berlin.

Viel mehr hätte der Kunstfreund noch gerne gesehen – doch der nächste Tag kommt bestimmt. Und die lange Nacht erst recht.

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