Liebe stirbt nie: Phantom II – eine Achterbahnfahrt der Gefühle

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Hamburg. Eine unglaublich bildgewaltiger Beginn – ein tragisches Finale und dazwischen viel ergreifende Musik: Dramaturgisch mag es für einen Artikel nicht sinnig sein, sich gleich zu Beginn in die Karten schauen zu lassen. Doch Andrew Lloyd Webber hat ein Musical wie aus einem Guss erschaffen, das im Stage Operettenhaus am Hamburger Spielbudenplatz eine perfekte Herberge auf Zeit gefunden hat: Ein aufwendiges Bühnenbild, alles ist in Bewegung – so muss es gewesen sein im Vergnügungsareal Coney Island ganz im Süden New York Citys vor über hundert Jahren.

Gleich zu Beginn, als das Phantom, dargestellt von einem stimmgewaltigen Gardar Thor Cortes, seiner Liebe Christine nachtrauert und sich das Bühnenbild im nächsten Moment zu einem einzigen Lichtermeer aus Karussell und Zirkus wandelt, wird der Zuschauer hineingezogen in das Szenario.

Sehnsucht stirbt nie

Das Phantom, noch immer besessen von der großen nie enden wollenden Liebe, weiß, dass seine Christine Daaé, verkörpert von der kongenialen Rachel Anne Moore, nach New York City reist. Es läuft nicht gut, nun soll es ihr gelingen, die Bühne endlich wieder für sich einzunehmen.

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Das Phantom und seine Christine | © Stage Entertainment

Doch schnell wird klar, dass ihre Reise nach New York zu einem großen Wagnis wird. Denn nach zehn Jahren trifft Christine wieder auf das Phantom: Ein Wiedersehen mit Folgen.

Denn noch einmal soll sie für ihn singen, so, wie einst in der Oper in Paris: Christine ist bestimmt für seine Musik. Doch nicht nur ihr Gatte Raoul (Yngve Gasoy-Romdal), der das Geld von Christine durchbrachte und mehr am Tresen denn zu Hause weilt, wittert die Fährte – auch Christines Sohn Gustave (Kim Benedikt) wird hineingezogen in das große Spiel der Illusion. Und Mme (Masha Karell) und ihre Tochter Meg (Ina Trabesinger) wissen ebenfalls, dass die Stunde geschlagen hat: Das Phantom ist nicht mehr zu stoppen – und dem Durchbruch von Meg steht auf einmal Christine im Weg. Jene Frau also, die dem Phantom immer näher kommt.

Ein wahres Ensemble

Es fällt schwer, einzelne Protagonisten hervorzuheben – das Ensemble von „Liebe stirbt nie“ ist sehr homogen zusammengesetzt. Doch nahezu jeder Figur wird neben dem Phantom und Christine genug Platz und Zeit gegeben, um sich zu entfalten. Die Mischung aus Soloauftritt und großem Ensemble-Spektakel stimmt.

Dieses Musical ist keine perfekte Familienunterhaltung – es ist ein Stück, das jedem Einzelnen die Tiefen der Seele aufzeigt – die Höhen des Verlangens und die Zerbrechlichkeit eines jeden Wesens. Und die Musik spiegelt all dies wieder – greift die Stimmungen auf und wirbelt sie durch die Luft. Das Orchester wird dirigiert von Bernhard Volk. Geschickt wird mit der Melodik aus „Das Phantom der Oper“ kokettiert – und findet doch mit „Liebe stirbt nie“ eine eigene in Sehnsucht getränkte Harmonie, die der Zuschauer mit aus dem Saal nach Hause nimmt.


Das wuchtige Bühnenbild, das sehr aufwendig und facettenreich gestaltet wurde, greift das Szenario in Perfektion auf. Teilweise ist es gar schwierig, all die Bilder einzufangen, die sich auf der Bühne auftun: Das Phantom, Christine, die Tänzerinnen, der Clown: Ein großer Spaß, aus dem schnell bitterer Ernst wird.

Das Finale des Musicals macht sprachlos: Die Liebe – ja, sie stirbt nie.

„Liebe stirbt nie: Das Phantom kehrt zurück“ wird im Stage Operettenhaus am Spielbudenplatz 1 in Hamburg aufgeführt. Die Ticketpreise liegen zwischen rund 75 und 135 Euro.

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1 Kommentar zu "Liebe stirbt nie: Phantom II – eine Achterbahnfahrt der Gefühle"

  1. Ein tolles Musical. Ich ging mit wenig Erwartungen hinein und War wirklich begeistert. ..sehr aufwendige und fantasievolle Kostüme…und tolle Stimmen. Etwas anders als Phantom 1 aber durchaus empfehlenswert. Vor allem das Phantom hat eine Überragende Stimme. ..wir hatten tolle Plätze in Reihe 1 Rang.

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