London – Bei Tag und Nacht ein besonderes Erlebnis

tower-bridge-london-nachtaufnahme-andres-lehmannAndres Lehmann

Wer noch nie durch die Straßen Londons geschlendert ist, hat etwas verpasst. Die Stadt ist facettenreich und strotzt vor Leben, so dass es einem sehr schwerfällt, nach knapp einer Woche – so lang nahm sich der Autor dieser Zeilen für seine Erkundung Zeit – wieder wegzufliegen.

London ist nicht nur eine Stadt, sondern auch ein Mythos. Hochgehalten durch so viele Geschichten oder Musikerlegenden. Angefangen bei der Abbey Road: Es wird wohl kaum einen Erdenbürger geben, der das legendäre Plattencover der Beatles nicht kennt – selbst in Zeiten von Streaming-Angeboten und MP3-Downloads.

Insofern ist es ein Muss, der Straße und natürlich den Abbey Road Studios einen Besuch abzustatten. Ideal ist es natürlich, wenn der Reisende drei Freunde um sich scharrt.

Alles ganz anders als gedacht? Zum Teil. Am Zebrastreifen selbst spielt sich wohl der „abgefahrenste“ Tourismus in der ganzen Stadt ab: Immer wieder überqueren Menschen den Zebrastreifen, bleiben stehen wie der jeweilige Lieblings-Beatle und lassen sich dabei ablichten. Autos und Busse halten geduldig – ein Schauspiel, das sich jeden Tag wiederholen dürfte. Vom Beetle John Lennons fehlte übrigens jede Spur – der steht mittlerweile im Volkswagen-Museum in der Autostadt.


So viel möchte der Tourist sehen – die Zeit drängt, und dennoch fühlt sich der Besucher Londons nie gehetzt. Menschenmassen am Piccadilly Circus? Stören nicht. Dichtes Gedrängel in der Regent Street? Gehört dazu.

Einmal der Queen zuwinken

Den Kontrast stellt der Buckingham Palace mit all seinen Parks dar. Man mag über die Monarchie denken was man will, aber das ganze Gebiet strahlt – trotz unübersehbarer Sicherheitsvorkehrungen – eine Ruhe aus, die der Besucher zumindest im Stadtkern Londons sonst nicht findet. Oder um es anders zu sagen: Queen Elizabeth II. hat einen angenehmen Alterssitz.

Ein paar „Klassiker“ gilt es natürlich brav abzuhaken – und jeder „Punkt“ für sich genommen ist tatsächlich imposant: Der Big Ben direkt an der Themse etwa ist beeindruckend – egal ob nun explizit das Uhrwerk oder der Turm als solches gemeint ist. Einigen wir uns einfach darauf: Der Palace of Westminster in seiner Gesamtheit sollte auf jeden Fall in Augenschein genommen werden. Auf der gegenüberliegenden Uferseite der Themse „ragen“ übrigens einige Hochhäuser empor, die vermutlich nur New York oder Dubai-Besucher nicht zu „schocken“ vermögen.

Wo wir schon bei den wohl wichtigsten Postkartenmotiven Londons wären: Die Tower Bridge ist ein „Monstrum“ – im positivsten Sinne. Dank Olympia 2012 hat sich London natürlich erst kürzlich rausgeputzt – allen voran die Tower Bridge strahlt, als ob sie erst gestern errichtet wurde. Der Anblick bei Nacht im Glanze all der Lichter ist einer der Höhepunkte des nächtlichen Streifzugs.

Auch das Ablaufen der Baker Street am Tage und der fußläufig nur wenige Minuten entfernten Bond Street mit all seinen teils urigen Geschäften ist ein Muss – am Ende der Straße öffnet sich der riesige Hyde Park. Ein Besuch des Wachsfigurenkabinetts Madame Toussauds sei derweil jedem Erkunder freigestellt.

An dieser Stelle sei aber den Frauen der Schöpfung ein Besuch des Kaufhauses Harrods zugestanden: Was sich dort auf all den Etagen abspielt, ist durchaus eine halbe Stunde Lebenszeit wert.

Für Designfreunde ist selbstverständlich die Carnaby Street im Stadtteil Soho wieder so ein Muss – wobei zu vermuten steht, dass der Tourismus hier in den Jahrzehnten seine Spuren hinterlassen hat. Ein Fan-Shop der Rolling Stones wird es so gewiss in den 60er Jahren noch nicht vor Ort gegeben haben. Der Autor dieser Zeilen – dies sei angemerkt – hat sich jedoch „lieber“ ausgiebigst im Beatles Store unweit der Baker Street ausgetobt.

Die von der Carnaby Street nur einen Katzensprung entfernte China Town lässt einen derweil wahrlich für einige Minuten auf einem anderen Kontinent wähnen. Wenngleich die Mieten so teuer sind, dass viele der chinesischen Arbeiter – egal ob Gastronomie oder Läden – mittlerweile in anderen Stadtteilen leben. Jeder Stadtteil für sich genommen hat eine eigene Atmosphäre – ein wahres Abenteuer.

War das alles? Natürlich nicht. Doch festzuhalten bleibt: London fasziniert. Und ein Besuch alleine reicht ohnehin nicht aus, um alle Straßen Londons erkundet zu haben.

Hinweise für London-Reisende

Währung in England: Britischer Pfund

Ausblick: Eye of London (nicht „erprobt“)

Speisen: The Bratwurst (Tipp!)

Anreise: British Airways

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