Nexus 4: Das mysteriöse Verschwinden der OTG-Funktion

lg-nexus-google-screenshot-evleaksScreenshot/ evleaks

Fast scheint es, als mache sich Google derzeit mit seinem Nexus 4 das Leben selbst schwer. Denn im Prinzip konnte ja gar nichts schief gehen: Das neue Nexus-Smartphone wurde in Kooperation mit LG konzipiert und baut dabei auf dem Spitzenmodell, dem Optimus G, auf. Eine bereits „erprobte“ Hardware als Grundlage – dann noch die Feinabmischung mit Android 4.2 – und fertig ist der Lack. Und dann noch der Verkaufspreis hierzulande als Sahnehäubchen!

Doch nach all den Hiobsbotschaften gibt es nun eine weitere Nachricht, die – einmal mehr – im Zusammenhang mit der Markteinführung des Nexus 4 irritiert: Wurde – zumindest bei den neueren Modellen – der OTG-Modus weggelassen? OTG steht für „on the go“. So können etwa externe Geräte ans Nexus 4 angeschlossen werden – etwa ein USB-Stick, eine Tastatur oder die gute alte Maus.


Laut des Blogs von Caschy hatte Google just jene Funktion zunächst aktiv auf der Nexus-Spezifikations-Website beworben – und den Eintrag nun entfernt.

Nun wird nicht jeder Nutzer gleich auf die Idee kommen, das Nexus 4 samt Tastatur zu nutzen. Vor allem, weil das Schreiben mit der Android-Eingabe sehr stimmig abläuft (gerade die neue Android 4.2-Funktion, mit der „wischenden Buchstabenverbindung“). Dennoch ist es schleierhaft, wieso diese neue Funktion zunächst angepriesen und dann entfernt wurde.

Spekuliert werden darf an dieser Stelle: Hat LG bei der Fertigung der neuen Nexus-4-Modelle den Modus vergessen? Oder wurde noch einmal versucht, durch das Weglassen einer Funktion die Herstellungskosten zu senken? Oder gab es Probleme mit der Funktion, so dass sie besser deaktiviert wurde? Lässt sich OTG womöglich zu einem späteren Zeitpunkt dank Update wieder aktivieren?

Sobald es eine offizielle Reaktion von Google oder LG gibt, werden wir diese ergänzen.

Nexus 4: LG stellt Video online

„Die“ Presse meinte es zunächst sehr gut mit dem neuen Smartphone von Google: Das Nexus 4 wurde im Vorfelde bereits gut besprochen – und das noch bevor Google die Preisbombe platzen ließ: Für 349 Euro kann das Nexus 4 im Store Google Play gekauft werden. Manch Smartphone-Freund rieb sich verwundert die Augen: Was? 350 Euro für ein neues Flaggschiff? Das geht? Ja, es geht.

Doch dann folgte eine – tja – schlechte Nachricht auf die nächste: Zunächst war das Nexus 4 beim Verkaufsstart am 13. November binnen weniger Minuten vergriffen. Zudem ging der Google-Play-Server in die Knie, es gab Mehrbestellungen – und da die Wartezeit bei geglückter Bestellung schon damals teils zwei bis drei Wochen betrug, erließ Google den Käufern immerhin die Versandgebühr in Höhe von zehn Euro.

Doch auch beim zweiten „Verkauf-Anlauf“ in der vergangenen Woche gab es eher ein böses Erwachen: Die Lieferzeit nach Kauf der 16 GB Variante des Nexus 4 beträgt sechs bis sieben Wochen. Das wird dem Verkäufer immerhin noch vor Bestellung mitgeteilt.

Einige Nexus-Freunde haben Glück – ihnen wurde das Nexus 4 bereits zugestellt. Andere haben aktuell noch das Nachsehen. Da mag womöglich ein wenig das neue Werbevideo besänftigen: LG preist das vierte Google-Smartphone in einem Video an. Dabei erinnert die Aufmachung just an ein Werbevideo von, genau, Google, in dem die Datenbrille beworben wird.

Ansonsten dreht sich natürlich alles um den Funktionsumfang des Nexus: Android Beam, 360 Grad-Bilder. Und immer und immer wieder „blinkt“ die Rückseite des Nexus-Smartphones auf – die, das sei am Rande erwähnt, aus Sicht der ukonio.de-Redaktion etwas kitschig daher kommt, wohl robuster ist als beim Galaxy Nexus ist – aber womöglich nicht so griffig.

LG Nexus 4: Kauf im Store und im freien Handel

Es hatte sich bereits angedeutet: Nach dem das Nexus 4 einmal mehr (will heißen: Zum zweiten Mal) im Store Google Play erhältlich war, war die Verwunderung dennoch groß: Wartezeiten von sechs bis sieben Wochen erstaunten dann doch – und deuteten darauf hin, dass das Nexus so schnell nicht in den freien Verkauf geht.

Nun gibt es die Bestätigung – zumindest von Seiten des Media Markts: Dort sollte der Verkauf des neuen Google-Smartphones an sich Mitte Dezember starten. Der Preis des Nexus 4 beträgt 395 Euro – das Gerät ist somit rund 50 Euro teurer als im Store Google Play. Wer demnach keine Lust hatte, das Nexus 4 mit Kreditkarte im Store zu kaufen, der zählte womöglich zu den Vorbestellern beim Media Markt. Auch beim Media Markt dürfte das Nexus 4 noch subventioniert sein – kostet es doch in Ländern ohne den Play Store 550 Euro.

Doch nicht nur Besteller im Store – auch potenzielle Käufer beim Media Markt müssen sich gedulden: Der freie Verkauf des Nexus 4 beginnt nun – zumindest beim „Ich bin doch nicht blöd“-Elektronikfachmarkt – erst am 15. Januar 2013. So ist es der offiziellen Website zu entnehmen. Es steht zu vermuten, dass den IT-Konzern keine Schuld trifft, vielmehr dürfte Google nicht rechtzeitig die gewünschte Ware liefern können.

Plant Google im kommenden Jahr – und davon ist auszugehen – ein weiteres Nexus-Modell und bringt es zu einem ähnlich niedrigen Flaggschiff-Preis auf den Markt, dürfte der Suchmaschinen-Gigant vermutlich ein paar mehr Devices produzieren lassen. Damit unter dem Weihnachtsbaum dann auch tatsächlich ein Nexus funkelt.

Nur eine Verkettung unglücklicher Umstände?

Das Nexus 4 wurde wochenlang mit Spannung erwartet – doch der Marktstart am 13. November verlief alles andere als glücklich: Das neue Google-Smartphone war ratzfatz ausverkauft – viele potenzielle Käufe des Android-Flaggschiffs schauten in die Röhre.

Aktuell ist die Version mit 8 GB im Store Google Play einmal mehr vergriffen, doch seit dem vor wenigen Tagen der Verkauf des Nexus 4 quasi erneut startete, hat sich wenig getan: Das Gerät kann noch immer geordert werden, jedoch „nur“ in der Variante mit 16 GB. Die Lieferzeiten betragen derweil noch immer sechs bis sieben Wochen. Nix wird es also mit einem Paket von Google unterm Weihnachtsbaum.


Zudem gibt es nach wie vor kritische Kommentare – die Akkulaufzeit sei eines Flaggschiffes nicht würdig. Auch das Hickhack um den LTE-Chip (der sich quasi aktivieren lässt, aber nicht aktiv beworben wird) des Nexus-Phones sorgte für einige Irritationen. Und die Tatsache, dass das Nexus 4 zunächst nach wenigen Minuten ausverkauft war, sorgte für Verwunderung. Auch die extrem langen Lieferzeiten sind so sicherlich nicht üblich beziehungsweise „kundenfreundlich“.

LG erklärt sich zum Nexus 4

Nun hat sich LG Electronics, die das Nexus 4 federführend produzierten – aufbauend auf dem LG Optimus G – geäußert: Der IT-Konzern habe die von Google in Auftrag gegebene Stückzahl hergestellt. So jedenfalls teilte es LG gegenüber den Kollegen von CNet mit. Doch – offensichtlich – sei man überwältigt gewesen vom „Gedrängel“ vorm Google Play Store. Wer konnte auch schon ahnen, dass ein Smartphone mit sehr guten technischen Spezifikationen und zum aktuell unschlagbaren Preis binnen weniger Stunden mehr als acht Mal verkauft wird?

Doch nun gibt es gute Nachrichten: Unter Hochdruck würden LG und Google am Nexus-4-Nachschub arbeiten, so dass alsbald genügend Modelle des Nexus 4 bereit gestellt werden können. Frei nach dem Motto: Wer ein Nexus 4 mit seinem 4,7-Zoll-Display haben möchte, der kommt auch tatsächlich dran.

Es steht zu vermuten, dass sich dann auch die Lieferzeiten von bis zu sieben Wochen in Luft auflösen. Die Verlockung derzeit, sich im Smartphone-Geschäft dann kuzerhand für ein anderes Modell zu entscheiden, ist so klein nicht.

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