Nexus 4, Nexus 7 und Nexus 10: Toller Preis, schlechte Liefersituation

nexus-4-7-10-screenshot-store-google-playGoogle Play/ Screenshot

Der Store Google Play gibt wenige Tage vor Weihnachten ein recht tristes Bild ab. Zwar kommt es auch in den Fachgeschäften des Vertrauens so knapp vor dem Fest vor, dass ein Artikel vergriffen ist – doch bei Google ging es schon die gesamten letzten Wochen „knapp“ zu: Aktuell etwa ist das LG Nexus 4 in beiden Speicher-Varianten, sprich 8 und 16 GB, vergriffen. Die Lager sind leergefegt – und alle Hoffnungen ruhen auf 2013.

Das Nexus 7, das in Kooperation mit Asus entstand, ist aktuell ausschließlich mit 32 GB Speicher und WLAN erhältlich – für 249 Euro, zwei weitere Versionen sind ebenfalls „ausverkauft“, wie eine rote, mahnende Schrift anzeigt. Und auch das „große“ Tablet, das Nexus 10, ist in beiden gelisteten Varianten derzeit nicht über den Store zu beziehen.

Während das Nexus 4 in Zusammenarbeit mit LG Electronics entstand, arbeitete Google beim „Mini-Tablet“ Nexus 7 mit Asus zusammen. Das Nexus 10 entstand in Kooperation mit Samsung. Alles große Namen im IT-Geschäft. Interessanterweise fehlt bis dato: Matorola – just jene Firma hatte Google im Sommer gekauft.


Alle drei Nexus-Produkte sind begehrt, dennoch darf die Liefersituation der letzten Wochen als „unglücklich“ beschrieben werden. Gerade bezüglich des Smartphones Nexus 4, das nicht nur ob des geringen Preises auf viel positive Resonanz gestoßen ist, ist sicherlich ärgerlich, dass viele potenzielle Käufer in die Röhre schauten. Denn was nutzt die groß angelegte Werbekampagne für das Smartphone samt 4,7-Display Display, wenn es am 13. November schon nach knapp einer halben Stunde ausverkauft war, und auch bei einem zweiten „auftauchen“ im Store nur mit einer Lieferzeit von sechs bis sieben Wochen geordert werden kann?

Googles Entschuldigung

Mittlerweile hat sich Google entschuldigt – zumindest aus England schwappte ein leises „sorry“ rüber. Google schob den schwarzen Peter zu LG – die wiederum beteuerten aber schon vor Wochen, die vom Suchmaschinen-Giganten gewünschte Auftragsmenge geliefert zu haben. Am liebsten möchte man den beiden Streithähnen zurufen: Hey Leute, gebt doch einfach zu – ihr habt euch beide verkalkuliert. Oder gab es gar Vereinbarungen, die genaue Stückzahlen vorsehen? Schließlich basiert das Nexus 4 auf dem LG Optimus G – und das kostet noch immer rund 600 Euro. Wer kauft ein solch „teures“ Produkt, wenn ein anderes für rund 350 Euro erhältlich ist?

Viele Vorbesteller sollen zumindest noch vor Weihnachten mit dem Nexus 4 beglückt werden, andere müssen ausharren. Oder mit den Hufen scharren (um ein weihnachtliches Bild zu skizzieren). Im kommenden Jahr soll so denn auch der Verkauf im freien Verkauf starten. Media Markt oder der Saturn – beides Metro-Töchter – werden das Nexus 4 wohl am Mitte Januar listen. Auch Base steigt samt Nexus 4 in den Ring. Das Nexus 7 war und ist bereits im freien Handel erhältlich – die Version samt 3G war die letzten Wochen aber ebenfalls sehr schwer zu bekommen.

„Ausgefallenes“ Duell?

An sich wurde ein „Duell“ zwischen dem Nexus 4 und dem iPhone 5 erwartet – das fiel nun rein faktisch ob der Liefersituation ins Wasser. Auch das iPhone 5 konnte nach dem Marktstart Ende September zunächst nur mit rund drei Wochen Wartezeit geordert werden, mittlerweile hat sich die Situation hier entspannt.


Das Nexus 7 derweil wie beschrieben schon seit Monaten im Handel – Google hatte jedoch in Sachen 3G nachgelegt und noch einmal an der Preisschraube gedreht. Zudem fiel die Version mit 8 GB Speicher „unter den Tisch.“ Ein wenig überraschte daher, dass das Nexus 4 wiederum mit 8 GB Speicher auf den Markt kam – und das ohne microSD-Slot (den es bei den Nexus-Vorläufern freilich auch noch nicht gab). Womöglich ein weiterer „Deal“ mit LG – analog des „Weglassens“ (trotz Chips) von LTE?

Auch das Nexus 10 wurde von vielen Testern gelobt – als ein wenig „langweilig“ wurde zuweilen das Design abgetan. In Sachen Auflösung kann dem Nexus 10 etwa das iPad der vierten Generation nichts vormachen – in Sachen Robustheit und äußerer Erscheinung hat hier der Apfel-Konzern womöglich die Nase noch vorn. Aber das Android-Lager hat mächtig aufgeholt.

Interessanterweise war das Nexus 7 schon Monate vor dem iPad mini auf dem Markt. Doch auch in jenem neuen „Mini-Tablet“-Markt mischt Apple mittlerweile munter mit – der offenbar sehr löbliche Absatz des iPad mini (das iPad 4 hinkt laut Einschätzungen von Analysten deutlich hinterher) gibt dem Giganten aus Cupertino recht. Und auch die Verkäufe von Googles Nexus 7 sollen zuletzt sogar noch stetig anstiegen seien. Der Markt für den eher kompakten mobilen Begleiter scheint groß zu sein.

Und, was lernen wir aus der Geschichte?

Google ist es geglückt, sich auf breiter Front auch mit leistungsstarker Hardware zu positionieren. Gerade der Preis des Nexus 4 aber ist stark subventioniert – ob dies alleine Verkäufe von Apps, Videos, Musiktiteln oder Büchern via des Stores Google Play „kompensieren“ können, bleibt fraglich. Deckt der Verkaufspreis überhaupt die Herstellungskosten? Wohl schon – aber der Gewinn fällt gewiss deutlich geringer als der von Apple – das iPhone ist ab 679 Euro zu beziehen. Preislich sind das Welten – aber auch das iPhone 5 verkauft sich wie warme Semmeln. Verrücktes digitales Zeitalter.

In Ländern, in denen es den Play Store nicht gibt, kostet das Nexus 4 teils 550 Euro. Das Samsung Galaxy Nexus, im letzten Dezember erschienen, kam noch für über 600 Euro auf den Markt. Die Frage wird sein, was passiert, wenn der Bedarf an Smartphones ist einmal gedeckt ist. Vermutlich werden einige Hersteller an der Preisschraube drehen – nicht nur Google.

Auch die nächsten Monate wird noch viel vom Nexus 4, Nexus 7 und Nexus 10 zu hören sein. Vermutlich aber können bezüglich dieser drei Geräte einige Weltenbummler ein Wort nicht mehr hören: Ausverkauft.

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