Nokia Lumia 920, iPhone 5 & Nexus 4: Lieferengpässe „ohne Ende“?

nokia-lumia920-iphone-5-nexus-4Nokia/ Apple /Google Screenshots

Wer sich womöglich wochenlang überlegt hat, welches neue Smartphone der Kategorie „Flaggschiff“ er kauft, und einen Entschluss gefasst hat, der könnte enttäuscht sein: Denn just jenes Device ist unter Umständen nicht lieferbar. Im Fokus stehen natürlich das iPhone 5, das Nexus 4 und Nokia Lumia 920 – die drei aktuellsten Flaggschiffe. Alle drei Geräte sorgen für Schlagzeilen – wenngleich die „Headline“ der Lieferschwierigkeiten gewiss keinem der mobilen Begleiter schmeichelt.

Wir geben eine Übersicht der Geschehnisse der letzten Woche und wundern uns, warum die neuen Sartphones offenbar zunächst in solch „geringen“ Stückzahlen auf den Markt kommen. Hat sich der Smartphone-Boom noch nicht rumgesprochen?!


Denn im Grunde genommen hätte ja alles so schön sein können: Wenige Wochen vor dem Fest der Liebe erscheinen zunächst mit dem iPhone 5 von Apple, dann mit dem Nokia Lumia 920 und LG Nexus 4 von Google gleich drei Smartphones der Kategorie Flaggschiff. Der Nutzer hat zudem die Wahl zwischen verschiedenen mobilen Betriebssystemen – also iOS, Windows Phone oder Android. Oder zwischen 4-Zoll-Display (iPhone 5), 4,7 Zoll (Nexus 7) oder 4,5 Zoll (Nokia Lumia 920). Oder, oder, oder…

Doch es kam alles anders: Der Vorreiter iPhone 5 war rasch vergriffen, Besteller mussten sich auf Wartezeiten von bis zu drei Wochen einstellen. Mittlerweile pendelt sich im iPhone-Lager zwar alles wieder ein, dennoch hätte der Apfel-Konzern wohl – gerade aufgrund seines „Vorsprungs“ – deutlich mehr Geräte absetzen können.

Am 5. November folgte das Nokia Lumia 920. Nach dem Lumia 800 und 900 das dritte Smartphone-Flaggschiff des finnischen IT-Giganten. Nachdem bereits die Vorgängermodelle recht gute Kritiken einheimsten, war und ist die Hoffnung bei Nokia groß, dass mit dem Lumia 920 endlich der große Wurf geglückt ist. Schnell machten jedoch Meldungen die Runde, nach denen das neue Lumia schon vergriffen sei. Nokia selbst bestätigte solche Meldungen. Die Aktie erlebte einen Kurssprung. Frei nach dem Motto: Ausverkauft? Mensch, das ist doch mal eine gute Nachricht!

Nexus 4: Ja, wo ist es denn, das neue Flaggschiff?

Und dann ist da noch das Nexus 4, das in Kooperation zwischen LG Electronics und Google entstand. Das Fräulein-Preis-Wunder: Im Gegensatz zum iPhone 5 und Lumia 920, die mit über 600 Euro zu Buche schlagen, kostet das Nexus 4 in der 8-GB-Variante 300 Euro – und in der 16er-Version 350 Euro. Der Haken an der Geschichte: Eine Bestellung des vierten Nexus-Handys ist zunächst nur über den Store Google Play möglich – samt Kreditkarte. Am 13. November ist der Verkauf gestartet. Tja, und nach einer halben Stunde war der „Spuk“ auch schon wieder vorbei: Das Nexus 4 war ausverkauft.

Während also das iPhone 5 aktuell wieder zu haben ist (in allen Speicher-Varianten, wobei die größte mit 64 GB stolze 900 Euro kostet) und das Nokia Lumia 920 etwa laut des Versandhändlers Cyberport ab „voraussichtlich“ 13. Dezember wieder lieferbar ist, gibt es bezüglich des Nexus 4 eine neuerliche Pointe: Am 27.11. war das Nexus 4 einmal mehr erhältlich – bei Google Play und nur in den USA. Doch erneut ging vieles schief.


Wir erinnern uns: Am 13. November brachen die Google-Server teils zusammen und Bestellungen konnten im Play Store nicht abgeschlossen werden. Dasselbe ist nun einmal mehr geschehen – frei nach dem Motto: Und täglich grüßt das Murmeltier. Und da stellen sich der ukonio.de-Redaktion einige Fragen: Wieso halten die Server dem Anlauf nicht stand? Wie oft war google.com in all den Jahren offline? Oder GMail? Es steht zu vermuten, dass die Besucherströme hier noch größer sind als im Store. Warum „riskiert“ Google die schlechte Presse bezüglich des Nexus-Verkaufs? (Auch das Mini-Tablet Nexus 7 und das Nexus 10 Tablet stehen im Store zum Verkauf. Doch auch hier sind die Lager immer wieder leergefegt.

Eine weitere „Farce“ ist die Sache mit der „Verknappung“. Im Falle des iPhone 5 gab es wohl – so wird immer wieder kolportiert – Anlaufschwierigkeiten ob der Produktion. Das Unibody-Aluminium-Gehäuse sei sehr anfällig für Kratzer, hieß es immer wieder in Foren. User-Beschwerden stapelten sich – und Foxconn, Apples iPhone-Bauer in China, ließ seinem Unmut freien Lauf. Doch mittlerweile läuft die Produktion offenbar besser – und pünktlich zum Vorweihnachtsgeschäft scheint das iPhone wieder verfügbar zu sein.

Das Nexus 4 jedoch ist weiterhin „ausverkauft“. Selbst Besteller, die am gestrigen Tage in den USA zu den Glücklichen zählten und ein Nexus 4 „ergattern“ konnten, müssen bis zu sieben Wochen (!) auf ihr Gerät warten. Im Grunde genommen haben sie das Nexus 4 somit schlicht vorbestellt. Ab Mitte Dezember soll das neue Google-Smartphone derweil auch bei Saturn und im Media Markt erhältlich sein. Dann für rund 50 Euro „Aufpreis“, aber noch immer subventioniert (in jenen Ländern, in denen es den Store Google Play nicht gibt, kam das Nexus 4 für 550 Euro auf den Markt). Ob derweil die Metro-Töchter tatsächlich rechtzeitig beliefert werden, bleibt abzuwarten. Käufer der „ersten Stunde“ können sich immerhin auf das Wegfallen des Portos freuen – zugestellt wird das Nexus 4 binnen drei Wochen.

Verknappung: Warum nur?

Doch wieso kommt es zu einer solch massiven Verknappung? Dass das Nexus 4 – wohlgemerkt für den Niedrigpreis – weg geht wie warme Semmeln, war zu erwarten. Auch in Tests gibt es wenig Grund zur Klage. Und selbst der Preis alleine scheint nicht das maßgebliche Kriterium zu sein: Trotz der „anderen Preiskategorie“ konnten vom iPhone 5 bereits am ersten Wochenende offenbar 5 Millionen Stück abgesetzt werden. Und auch das Lumia 920 schlägt sich wacker – mit offenbar bisher 2,5 Millionen verkaufter Exemplare, wie am gestrigen Tage von Analysten orakelt wurde.

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Da das LG Optimus G, auf dem das Nexus 4 basiert, einige hundert Euro teurer ist als das Google-Smartphone-Pendant, darf wüst spekuliert werden: Gibt es bezüglich des Nexus 4 eine Obergrenze in Sachen Stückzahlen? Auch der fehlende microSD-Slot, die zwei recht kleinen internen Speichergrößen und der Wegfall von LTE (obwohl der Chipsatz „an Bord“ ist), zielen ein wenig in diese Richtung: Wurden einige Abstriche „extra“ herbeigeführt, um den teueren Preis den Optimus G zu rechtfertigen? Oder wäre der Niedrigpreis des Nexus 4 – etwa mit voller LTE-Unterstützung – nicht möglich gewesen?

Am Ende greifen so womöglich irritierte Käufer doch zum Samsung Galaxy S3. Oder zum Motorola Razr i. Oder zum HTC One X – alles ebenfalls gut besprochene Flaggschiffe. Die Auswahl ist groß. Und jene Smartphones sind zu haben. Ohne wenn und aber. Oder?




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