Oliver Kahn und die Retourkutsche auf Usedom

oliver-kahn-zdf-sascha-baumannZDF/Sascha Baumann

In Heringsdorf auf der Insel Usedom wird das Internet dieser Tage nicht neu erfunden. Doch das ZDF schickt sich an, das Netz mit einzubinden in die Berichterstattung über die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine.

Wenn sich Katrin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn schon nicht aus den Gastgeberländern melden, dann soll doch wenigstens nachgeschaut werden, was sich im „World Wide Web“ so abspielt. Irgendwie möchte dann auch das Zweite ganz nah dran sein am Geschehen.

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Die ARD macht dieser Tage vor, wie es ebenfalls geht: Mehmet Scholl samt Matthias Opdenhövel und Co. melden sich direkt aus den EM-Stadien. Nur der Sand fehlt.


Stadionatmosphäre an der Ostsee

Das ZDF setzt derweil auf Usedom nicht nur Strand, eine Videoleinwand im Wasser und authentisches Ostseewetter (wechselnd), nein. Einmal mehr wurde nach dem Spiel Tschechien gegen Polen (1:0) und einem Bericht über die Partie Griechenland gegen Russland (1:0) Jeannine Michaelsen auf die Seebühne gebeten. Sie ist die Internet-Expertin schlechthin. Quasi.

Vor zwei Jahren gab es noch einen Fan-Experten. Nun also die Nummer mit dem Internet. Immer mal was neues, in „Ihrem Z – D – F“.

Michaelsen also präsentierte am Samstagabend ein Bild, das den deutschen Nationalspieler Mats Hummels zeigt – ein breites Grinsen liegt auf seinem Gesicht, während um ihm herum Niederländer am Boden zerstört sind oder wüst diskutieren.

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Dazu passend habe sie einen Blog ausfindig gemacht, auf dem just jene Siegerpose Hummels mit anderen Motiven „verschwurschtelt“ wurde. Der Nationalspieler auf dem Schrei von Edvard Munch. Zum Beispiel. Das ist so semi-lustig.

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Innerlich war womöglich auch Oliver Kahn kurz vor dem „Schrei“, als Torhüter war er gewiss keiner der ruhigen Fraktion. Kurz philosophierten Kahn und die ehemalige Ehrensenf-Moderation über die Sicherheit im Netz. Michaelsen betonte, das Internet mache keine Fehler. Woraufhin der „Titan“ entgegnete: „Das haben wir ja gesehen.“

Das nennt man wohl eine Retourkutsche oder einen gelungenen Konter. Denn wenige Tage zuvor hatte Michaelsen „live on stage“ den höchstoffiziellen Twitter-Account von Oliver Kahn vorgestellt. Und als erster Follower wurde Harald Schmidt „geaddet“. Blöd nur, dass es sich um ein Fake-Profil handelte. Ein wenig gestunken hat dies Kahn womöglich schon.

Frei nach Loriot: Früher war mehr Fußball.

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