Hamburg erlaubt das Rauchen in Restaurants

tasche-rauchen-hamburg-logo-katharina-kubicaKatharina Kubica

Hamburg. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes und die Folgen für die Hansestadt: Mit einem neuen Gesetzentwurf „fügt“ sich Hamburg dem Urteil und erlaubt Raucherräume in Restaurants.

Angekreidet wurde die „Ungleichbehandlung von Restaurants und Schankwirtschaften“, die als verfassungswidrig eingestuft wurde.

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks von der SPD hatte zwar zunächst ein absolutes Rauchverbot gefordert, zeigt sich nun aber laut NDR mit der neuen Regelung zufrieden.

Weißer Rauch

Für viele Nichtraucher sind die neuerlichen Entwicklungen doch stark verwunderlich. Selbst Raucher hatten sich mit der Regelung arrangiert, „vor die Tür gehen zu müssen“. Viele Raucher sitzen selbst nicht gerne im Qualm, der in gesonderten Raucherräumen natürlich über allem schwebt.

Doch genau solche Raucherräume darf es künftig in allen Gaststätten geben – laut des neuen „Hamburger Passivraucherschutzgesetztes“. Für jene Räumlichkeiten gelten nun „besonders strenge Regeln“, denn sie müssen durch einen Flur oder durch eine Luftschleuse vom Nichtraucherbereich getrennt sein. Fast alle bestehenden „Qualmzimmer“ müssen laut Gesundheitsbehörde nachgerüstet werden.

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Nur die Erfahrung zeigt: Die Tür geht nun mal auf beziehungsweise steht zuweilen offen, der Qualm verteilt sich in allen Räumlichkeiten. Nicht nur für Familien mit kleinen Kindern ist dies keine gute Nachricht.

Alles wie früher?

Zudem bleibt das Rauchen in Schankwirtschaften erlaubt, so denn die Kneipe kleiner als 75 Quadratmeter ist, nur einen Raum hat und keine zubereiteten Speisen angeboten werden. Das gilt zugegebenermaßen für fast alle Kneipen auf dem Kiez oder in der Schanze.

Das beste Passivraucherschutzgesetz wäre gewesen, das Rauchen in allen Lokalen zu untersagen. Dann wäre die Gleichheit sichergestellt gewesen.

Bleibt die Hoffnung auf einen gesunden Menschenverstand, um den Schutz von Passivrauchern wirklich sicherzustellen.

6 Kommentare zu "Hamburg erlaubt das Rauchen in Restaurants"

  1. Unglaublich, statt Nägel mit Köpfen, fällt die SPD wieder ins Rauchermittelalter zurück, wo um sie herum ein generelles Verbot nach dem anderen eingeführt wird und die Bevölkerung den Qualm nicht haben will und das nicht nur in Restaurants sondern auch in Außenbereichen.
    Es lebe der Flickenteppich.

  2. Da hat die Tabakmafia mal wieder gut gesponsert, wenn die SPDler sogar ihrer eigenen Ministerin in den Rücken fallen…

  3. April, April oder was?
    Na die Kneipen werden trotzdem sterben. Wer geht denn da noch hin außer die Abhängigen und die sterben langsam aus. Selbst junge Raucher gehen woanders hin als in Kneipen. Kneipen sind einfach zu langweilig und zu öde. Und wer hängt schon gerne seine ganze Freizeit mit den qualmenden Alkis rum?
    Ich weiß nur eines, ich gehe in keine Lokalität wo es Raucherräume gibt und das sollten alle Nichtraucher tun. Dann erledigt sich das Problem bald von selber.

  4. Daniel Hillen | 15. Mai 2012 um 22:27 | Antworten

    Wenn etwas die Existenz bedroht, dann ist es das Rauchen. Am Nichtraucherschutz ist nämlich noch niemand gestorben. Wenn also ein Kneipenwirt theatralisch den Unsinn des Dehoga, der Nichtraucherschutz bringe ihn in existentielle Gefahr, nachbibbert, wird das die Mehrheit der Menschen wohl eher zum Schmunzeln und Lachen bringen, weil die ja wissen, das Rauchen die meisten Todesopfer in Deutschland fordert und nicht etwa der Nichtraucherschutz. Zudem muss man sich die Frage stellen, wie pervers es denn wohl ist, Leid und Tod von Menschen billigend in Kauf zu nehmen, nur weil daran Geld zu verdienen ist. Wer angibt, in seiner Kneipe 80% Raucher zu bewirten, dem muss klar entgegengehalten werden, in entsprechend großem Umfang offenbar die Nichtraucher durch den Qualm vergrault zu haben. Denn die Verteilung von Nichtrauchern zu Rauchern liegt ja bekanntlich bei 75% zu 25%. Und so sind auch die ordentlichen, im zweistelligen Bereich liegenden Umsatzzuwächse in Bayern, nach der Einführung eines konsequenten Nichtraucherschutzes, zu verstehen. – Nix „Umsatzrückgänge“, „Kneipensterben“, „Existenzbedrohung“ und bla, bla, bla… – Die zahlenmäßig erheblich besser aufgestellten Nichtraucher, die die Gastronomie bislang wegen des Rauches meiden, kommen zurück! Und Raucher bleiben ja keineswegs weg. Die gehen eben vor die Tür rauchen. – Rücksichtnahme ist bei Süchtigen offenbar erst nach gesetzlicher Anordnung möglich. Wo der Nichtraucherschutz ausnahmslos gilt, da gibt es auch keine wettberwerbsverzerrenden Ausnahmen, die dazu führen können, das der Raucher sich ein anderes Stammlokal sucht. In Bayern haben seit der Einführung des konsequenten Nichtraucherschutzes nicht mehr und nicht weniger Kneipen geschlossen, als davor. – Nur das nun die Wirte, die danach schließen müssen, jetzt gut von ihrem eigenen kaufmännischen Unvermögen ablenken können und auf den bösen, existenzgefährdenden Nichtraucherschutz verweisen

  5. Was spricht dagegen für Raucher Kneipen zu belassen, die sie wie immer schon nutzen können? Die Nichtraucher können doch woanders hingehen.
    Die Rauch-Gegner scheinen alles Mainstreamjammerköpfe zu sein, denen es gefällt die Freiheit einzuschränken. Aber es wird nicht beim Rauchen bleiben. Je unsicherer die Welt wird, desto mehr werden sich bestimmte Kleingeister an Regeln aufgeilen, die sie beruhigen sollen. Und plötzlich sitzen sie selbst in der Falle, wenn etwas ins Visier kommt, das sie selbst gerne machen. (Essen, Spielen, Trinken etc.)
    Wehret den Anfängen!
    Ich werde auf jeden Fall immer und überall weiter rauchen, wo ich seit 40 Jahren schon geraucht habe, Und schon damals war ich so höflich auf Nichtraucher Rücksicht zu nehmen. Aber alles hat seine Grenzen. Wer z.B. unter freiem Himmel sich neben mir stellt und sich dann über meinen Rauch beklagt, hat einfach Pech gehabt. Und fangt gar nicht erst mit Kindern an. Auch die sollen ruhig sehen, das es Raucher gibt. Überhaupt werden sie ohnehin bald um die letzte Konservendose kämpfen. Da wird dann niemand mehr vom Rauchen sprechen.

  6. „Ich werde auf jeden Fall immer und überall weiter rauchen, wo ich seit 40 Jahren schon geraucht habe, Und schon damals war ich so höflich auf Nichtraucher Rücksicht zu nehmen“ Ja klar, Sie gehen von Tisch zu Tisch in einer Kneipe und fragen, die Nichtraucher höflich ob man etwas dagegen hat, dass Sie sich eine anstecken…. andererseits wenn Sie schon 40 Jahre rauchen, brauchen Sie sich wirklich nicht mehr lange zu beherrschen…

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