Review: Ex-Kraftwerker Karl Bartos gastierte im Grünspan

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Hamburg. Knapp 24 Jahre sind ins Land gegangen, seitdem Karl Bartos die legendäre Elektronik-Band Kraftwerk verlassen hat. Trotzdem ist sein Name bis heute untrennbar mit dem Mythos der Düsseldorfer Klangtüftler verbunden, schließlich ist er Co-Autor bedeutender Kraftwerk-Stücke wie „Das Modell“, „Die Roboter“ oder „Computer Liebe“.

Nachdem Bartos unlängst sein zweites Soloalbum „Off The Record“ vorgelegt hat, ist er nun endlich wieder auf den Konzertbühnen dieser Welt zu bewundern. Im Zuge seiner Tournee machte der Multi-Instrumentalist am letzten Freitag (31.1.2014) Station in seiner Wahlheimat Hamburg – genauer gesagt im rappelvollen „Grünspan“ auf der Reeperbahn.

Dass Karl Bartos offensiv mit seiner musikalischen Vergangenheit umgeht, wurde dem Publikum spätestens klar, als zu Konzertbeginn die schweren Electrofunk-Beats von „Nummern / Computerwelt“ aus den Lautsprechern dröhnten – also der Electro-Groove, den sich der Hip-Hop-Pionier Afrika Bambaataa dereinst von Kraftwerk „ausgeborgt“ hatte und der originär aus der Feder von Bartos stammt.

Auch das Bühnenbild konnte dem Kraftwerk-Kenner durchaus bekannt vorkommen: Große Videoscreens, geisterhafte Neonlichter, technische Aufbauten und Musiker (Karl Bartos, Mathias Black und Robert Baumanns) mit einem stark eingeschränkten Bewegungsradius.

Nicht nur Kraftwerk-Nostalgie

Dennoch wäre es falsch zu behaupten, bei dem Konzert hätte es sich lediglich um eine Kraftwerk-Nostalgie-Veranstaltung gehandelt. Denn trotz der eingestreuten Kraftwerk-Songs, bildeten die Stücke aus „Meister Karls“ Post-Kraftwerk-Ära das Herzstück des Abends – von „I’m The Message“ über „15 Minutes Of Fame“ bis zu neuen Liedern wie „Atomium“ und „Nachtfahrt“.

Besonders bejubelt wurde der Song „Without A Trace Of Emotion”, nicht zuletzt, weil auf den überdimensionalen Screens das dazugehörige Musikvideo abgespielt wurde, in dem Karl Bartos entspannt über die Reeperbahn schlendert. Das kam im „Grünspan“ natürlich gut an – so wurde aus dem Konzert ein echtes Heimspiel.

Der letzte Höhepunkt des Abends folgte im Anschluss an das Konzert: Karl Bartos verabschiedete die Zuschauer quasi per Handschlag – beziehungsweise er signierte geduldig die Devotionalien seiner Fans. Und um etwaigen Gerüchten vorzubeugen, möchte ich dem skeptischen Leser versichern, dass Karl Bartos höchstpersönlich hinter dem Signier-Tischchen saß. Nicht sein Roboter.

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