Alter Elbtunnel: Hamburg und seine neue „Kostenexplosion“

alter-elbtunnel-roehre-kacheln-hamburg-elbe-andres-lehmannAndres Lehmann

Hamburg. Der Alte Elbtunnel in Hamburg verbindet die Landungsbrücken mit dem Hafengebiet in Steinwerder. Für Radtouristen und Fußgänger ist das Durchqueren der zwei gekachelten Röhren rund um die Uhr kostenlos. Aktuell jedoch wird eine der beiden Röhren saniert – und an sich sollten auch in der zweiten Röhre alsbald die Pinsel geschwungen werden.

Wie das Abendblatt berichtet, wurden für die Sanierung der beiden Röhren des Alten Elbtunnels „zunächst“ zwischen 15 und 17 Millionen Euro veranschlagt. Doch – die Elbphilharmonie lässt grüßen – mittlerweile belaufen sich die Gesamtkosten wohl auf rund 100 Millionen Euro.


Bis Anfang 2016 – also just in jenem Jahr, in dem der neue Berliner Großstadtflughafen eingeweiht werden könnte – solle die Sanierung der ersten Röhre abgeschlossen werden. Doch ob nun auch noch das Kachelwerk der zweiten Röhre ausgebessert wird? Offenbar steht die Sanierung hier auf der Kippe.

Am Ende könnte der Besucher des Alten Elbtunnels zumindest in einem Tunnel in die Röhre schauen…

Weitere Informatoinen zum Alten Elbtunnel

Am westlichen Rand der St. Pauli Landungsbrücken befindet sich der im Jahre 1911 eröffnete Tunnel. Von außen deutet nur ein Gebäude mit grüner Kuppel auf die beiden denkmalgeschützten Röhren hin.

Einst eine technische Innovation, „mutierte“ der Tunnel spätestens nach Eröffnung des „neuen“ Elbtunnels in den siebziger Jahren und weiterer neuer Brückenbauten im Hafengebiet zur Touristenattraktion.

Fahrstühle „geleiten“ den Fußgänger oder Radfahrer in die Tiefe. Auf dem Boden der Tatsachen angelangt, beträgt die Strecke stattliche 426 Meter, ehe das andere Elbufer erreicht ist.

Auch mit dem Auto kann der Tunnel durchfahren werden, wenngleich hier eine Gebühr von zwei Euro anfällt: In hydraulisch betriebenen Fahrkörben werden die Pkws hinab gelassen – und die unterirdische Fahrt nach Steinwerder beginnt.

Mit neumodischen Tunneln ist der Alte Elbtunnel sicherlich nicht zu vergleichen: Helles Licht verleiht den gewölbten und gekachelten Röhren eine ganz eigene Atmosphäre.

An den Wänden können zudem viele Reliefs in Form von Seesternen oder Delfinen erblickt werden. Zuweilen finden Kunstausstellungen auf Länge der Unterführung statt.

In Steinwerder angelangt, erwartet den Interessierten ein Panoramablick auf das zurückgelassene Zentrum der Hansestadt. Nun kann der verwinkelte Hafen erforscht werden und auch Wilhelmsburg sowie das Alte Land sind nicht mehr weit.

✔ Folge ukonio.de auf Twitter, Facebook oder Google+


Kommentar hinterlassen zu "Alter Elbtunnel: Hamburg und seine neue „Kostenexplosion“"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*