Die ARD treibt es mit Dieter Nuhr auf die Spitze

satire-gipfel-rbb-thomas-ernstRBB/Thomas Ernst

Ach ja, wer erinnert sich nicht an den Scheibenwischer mit Dieter Hildebrandt. Und den kongenialen Bruno Jonas. Und Georg Schramm. Sie alle gingen von Bord. Und nach einem Namensstreit wurde der Satire Gipfel erschaffen. Mathias Richling war noch auf der ARD-Satire-Kogge verblieben – doch auch er strich die Segel.

Schließlich wurde Dieter Nuhr verpflichtet. Sicherlich, Nuhr ist ein wunderbarer Erzähler. Ein Comedian, der auch vor einer gekonnten politischen Kommentierung nicht zurückschreckt. Aber er ist auch ein Freund der leisen Pointierung. Doch Kabarett darf auch mal laut und wütend sein.

Nuhr ohne Kabarett

Und so betrat Dieter Nuhr am Montagabend das schmucke Berliner Studio und hielt einen Stand-Up, der gefiel. Nur Kabarett war das nicht. Dennoch hätten wir Nuhr gerne weiter zugehört. Er braucht Raum für seine Geschichten, denn die Anekdoten werden solange gestapelt, bis alles wunderbar in sich zusammenbricht.

Doch dann kam das Multitalent Rainald Grebe mit Schreibmaschine auf die Bühne, und scheiterte mit dem eher erzwungenen Versuch, die Berlin-Wahl hops zu nehmen, Stichwort „Aktualität“.

Max Uthoff war dann schon bissiger, jedoch ist auch er ein Mann der ruhigen Töne. In einem richtigen Umfeld fügt sich sein Auftritt wunderbar ein, doch in einer schleppenden Sendung bringt auch er nicht den nötigen Pepp in die Bude.

Dann erschien Olaf Schubert. Kein Kommentar. Gefolgt von einem weiteren erlösenden Monolog von Dieter Nuhr, der erneut ein jähes Ende findet. Und schließlich betrat Johann König die Bühne.

König ist ein sympathischer Zeitgenosse, aber das am Ende der Sendung dargebotene Lied und das rhythmische Klatschen des Publikums (schön in Reihe sitzend, die Zeiten der „runden Tische“ sind vorbei) ließ kurz die Sehnsucht nach dem Musikantenstadl aufkommen.

Vielleicht hätte der Zuschauer einfach nicht davon ausgehen sollen, dass ihn politisches Kabarett erwartet.

Sei es drum. Die Quote: 1,75 Millionen Bundesbürger schalteten ein. Darunter sicherlich manch Kabarettfreund. Heute Abend läuft wieder „Neues aus der Anstalt“ im ZDF.

Und Dieter Nuhr ist auf Tour. Das lohnt sich.

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