Filmkritik: „Star Trek Into Darkness“ lässt die Enterprise fast untergehen

Poster: Star Trek Into DarknessParamount Pictures: Star Trek Into Darkness

Es gab diese Momente, in denen dem Autoren dieser Zeilen ein Lächeln über das Gesicht huschte. Etwa, als die Rede ist von einem Planeten der M-Klasse. Oder als Pille (Karl Urban) das Blut des Oberschurken Khan (Benedict Cumberbatch) an einem Tribble untersucht. Oder jene Szenen, als Scotty (Simon Pegg) sich sehr besorgt gibt ob des Zustandes „seiner Enterprise“. Das ist Star Trek. Das ist das Universum, das Kirk, Picard und Co. erforschten.

Doch Regisseur J. J. Abrams erschuf ein neues Star Trek, das in einer anderen Zeitlinie spielt. Alles ist ein wenig anders – aber dann eben doch zu nah dran am „alten Star Trek“, um tatsächlich etwas „Neues“ zu sein.

Und so lässt die Geschichte von „Star Trek Into Darkness“ den Oberschurken Khan wieder „aufleben“. Genau so wie in „Star Trek II: Der Zorn des Khan“ ist der Übermensch auch diesmal wieder sehr grimmig aufgelegt, versucht die Enterprise-Crew zu manipulieren, mit ihr spielen. Und zeigt Captain Kirk (Chris Pine) und Spock (Zachary Quinto) sehr schnell ihre Grenzen auf.

Khan „unterläuft“ die Sternenflotte und tötet bei einem Angriff auf das Hauptquartier der Sternenflotte Kirks Ziehvater Admiral Pike (Bruce Greenwood). Admiral Marcus jedoch sieht die Stunde gekommen, um es nicht nur mit Khan aufzunehmen, sondern gleich mit dem ganzen Klingonischem Imperium. Und auf einmal ist Kirk auf Khan angewiesen…

Action mit einer Prise Klamauk: Reicht das?

Nun, die Handlung lahmt nicht, der Film hat teils sehr gute Action-Sequenzen. Beim abermaligen Gastauftritt vom „alten“ Spock (Leonard Nimoy) ist es zudem wieder da, dieses Lächeln. Dennoch bleibt die Frage: Hat das Franchise einen solch neumodischen Abklatsch verdient? Ständig fliegt etwas in die Luft, die Kameras wackeln selbst bei Dialogen und irgendein Lichteffekt „peppt“ das Bild auf. Ach ja, und wenn nichts mehr geht, dann wird eben gebeamt. Und schon nimmt die Story ihren Lauf.

Die Dialoge sind – wenngleich an die „launigen“ Konversationen von Kirk und Co. aus der Klassik-Serie angelehnt – zuweilen platt, die Charaktere werden zu wenig beleuchtet, wobei Pine und Quinto ihre Sache gut machen. So gut es eben ob der Handlung geht. Die richtige Mischung zwischen Action und Tiefgang findet Abrams jedoch nicht. Wie das funktioniert, konnten wir etwa in „Star Trek: Der Aufstand“ sehen.

Die Reise der „neuen“ Crew wird weitergehen. Die Besucher strömen in die Kinos, von Kirk und Spock hat eben jeder schon mal etwas gehört. Insofern darf man als Fan Paramount diesen Quasi-Remake-Schritt nicht verübeln. Ansonsten wären die Stunden der Enterprise womöglich endgültig gezählt gewesen.

Aber Star Trek von Gene Roddenberry hat so viel Potenzial, dass es einen wurmt, „nur“ einen guten Action-Film gesehen zu haben. „Star Trek Into Darkness“ ist eine Reminiszenz an alte, glorreiche „Star Trek“-Zeiten. Mehr nicht. Und das ist schade.

„Star Trek Into Darkness“ im Verleih von Paramount läuft seit dem 9. Mai in den deutschen Kinos.

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