Filmkritik „Stromberg – Der Film“: Der Papa auf der großen Leinwand

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Als vor zehn Jahren „Stromberg“ im Fernsehen startete, war der Aufschrei groß – und das im positiven Sinne: Endlich einmal eine erfrischend neue „Comedy-Sendung“, die durch ein durchaus realistisches „Büroszenario“ zu überzeugen wusste – die bittere Realität als „Realsatire.“

Allen voran Christoph Maria Herbst alias Bernd Stromberg – ein Chef, der über Leichen geht – war auf einen Schlag die neue „Kultfigur“ im deutschen Fernsehen. Obwohl die Einschaltquoten zu Beginn nicht gerade durch die Decke gingen, hielt ProSieben an dem Format fest – es folgten vier weitere Staffeln, die sich immer mehr von der britischen Vorlage „The Office“ emanzipierten.

Denn bei allem Jubel und einem „Papa“ Bernd Stromberg als „Alleinstellungsmerkmal“ muss festgehalten werden: Gerade die erste Staffel ähnelte sehr stark dem Original, was die Produktionsfirma Brainpool und der Autor Ralf Husmann im Nachklang der ersten Staffel eingestanden. „The Office“ Schöpfer Ricky Gervais konnte sich zudem noch über eine kleine Geldspende für die Portokasse freuen.


Mit dem „Stromberg“-Kinofilm jedoch erklimmt der „The Office“-Ableger nun endgültig den eigenen Olymp: Das Buch schrieb erneut Husmann, auf dem Regiestuhl änderte sich im Vergleich zur Serie ebenfalls nichts – Arne Feldhusen nahm auf ihm Platz. Und neben Stromberg sind alle „beliebten“ Charaktere der Serie mit von der Partie, sprich Ernie, also Bert, na ja Berthold Heisterkamp (Bjarne Mädel), der Ulf (Oliver Wnuk) und die Tanja (Diana Staehly), Jennifer „Schirmchen“ (Milena Dreißig) und – was Kenner der Serie freuen dürfte: Auch nahezu alle Protagonisten der fünf TV-Staffeln treten in Erscheinung.

Lass das mal den Papa machen

Der Plot? Nun, die Capitol-Versicherung feiert ihr 50. Wiegenfeste. Und auf der großen Firmenfeier geht es natürlich zur Sache – denn: Wer, wenn nicht der Papa weiß, wie eine Feier geschmissen wird? Da zudem eine Kündigungswelle droht, bringt sich Stromberg einmal mehr für den Sprung in die Vorstandsetage in Stellung. Kann das gut gehen?

Der Film dauert zwei Stunden und funktioniert ohne wenn und aber. Wer befürchtet hat, Stromberg nur in kleinen Häppchen zu „vertragen“, kann ganz beruhigt sein, denn: Die Geschichte ist sehr flott erzählt, ohne Hänger und so manch Übertreibung wie zuweilen in den vergangenen „Stromberg“-TV-Staffeln.

Erst ganz am Ende „überdreht“ die Geschichte ein wenig – aber auf der großen Kinoleinwand muss es eben auch großes Kino sein. Die finale Szene ist zudem so grotesk überraschend, dass im Falle von „Stromberg – Der Film“ von einem wunderbaren Gesamtpaket gesprochen werden kann.

„Im Prinzip“ wäre der Stromberg-Film tatsächlich so etwas wie ein krönender Abschluss einer Serie. Aber warum noch gleich sollte man aufhören, wenn es am schönsten ist?

Im Interview mit ukonio.de ließ Herbst im Cinemaxx-Kino Hamburg-Dammtor im Rahmen seiner Promotion-Tour so denn eine Fortsetzung der Serie offen. Der Papa und die Frührente – kaum vorstellbar.

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