Thalia Theater

Moderne Inszenierung von Goethes “Werther!”

Das Theaterstück "Werther!" erzählt jene Geschichte, die Johann Wolfgang von Goethe einst aufschrieb: Ein-Mann-Inszenierung – die Adaption eines Romans von Weltrang.
Großes Theater im Thalia. | © Andres Lehmann
Das Theaterstück "Werther!" erzählt jene Geschichte, die Johann Wolfgang von Goethe einst aufschrieb: Ein-Mann-Inszenierung – die Adaption eines Romans von Weltrang.

Hamburg. Johann Wolfgang von Goethe ist mit seinem “Werther” einst der – wie es heutzutage so schön heißt – große Wurf gelungen.

Im Hamburger Thalia Theater läuft bereits in der dritten Spielzeit nacheinander die Inszenierung “Werther!” – nach eben jener Vorlage des weltbekannten Literaten.

Samstagabend: Die Hamburger Abiturientenklassen sind außer sich vor Freude, doch auch andere Zeitgenossen fanden ihren Weg ins Theater.

Schon vor dem Start des Stückes sind einige angehende Abiturienten skeptisch “man ey, 70 Minuten, wie ich das überstehen soll”.

Ein Mann ab Abgrund

Doch von Anbeginn wird deutlich: Die Adaption des Stückes weiß zu gefallen. Als Ein-Mann-Stück dargeboten, durchlebt Werther, packend gespielt von Philipp Hochmair, alle Gefühlswelten: Von der Freude des Kennenlernens bis zur Gewissheit des nicht aufgehenden Liebesglücks.

Auch dem Werther auf der Bühne hat Lotte mächtig zugesetzt.

Hochmair steht im ständigen Kontakt mit einer Filmkamera und mit dem Publikum, spricht die Menschen in den Reihen gar direkt an, als er den größtenteils jungen Theaterbesuchern “viel Glück fürs Abi wünscht”.

In eben einer jener Szenen, in der Werther hin- und hergerissen ist: Umdrehen, nach vorne, stehen bleiben? Mehrmalig kam er zurück auf die Bühne. Doch am Ende gab es kein Zurück.

Die Dramaturgie des Stückes ergibt trotz einiger Längen zu Beginn Sinn und gegen Ende hin wird der Betrachter hineingezogen in die Projektionswelten und das Stück entfaltet jene unbändige Energie, die Goethe einst mit seinem Text schuf.

“Das war das schlimmste Theaterstück, das ich je gesehen habe”, sagt eine junge Theaterbesucherin zu ihrer Schulfreundin. Nach eben jenen 70 Minuten.

Das muss man nicht so sehen.