The Strokes „Comedown Machine“: Melodien für die Ewigkeit

the-strokes-comedown-machine-sonyRCA Records/ Sony

Als Anhänger der Strokes darf man froh sein über jedes musikalische Lebenszeichen: Vor ein paar Jahren noch schien es, als würden sich Julian Casablancas, Albert Hammond Jr. und Co. in Soloprojekten verheddern. Doch weit gefehlt: Nach dem guten Album „Angels“ aus dem Jahre 2011 folgt nun, keine zwei Jahre später, mit „Comedown Machine“ bereits der nächste Langspieler. Ebenfalls ein gutes Album? Weit gefehlt: Ein klasse Werk.

Bereits nach dem erstmaligen Durchhören der – na klar – 11 Songs zeigt sich, wohin die Reise geht: Die Strokes können noch immer ihre Gitarren schrammeln, doch sie wissen auch, dezent andere Einflüsse in ihre Songs mit einzubringen – ohne es dabei zu übertreiben. So sind Anflüge von 80es Synthesizern einmal nicht nervig, und auch ganz dezent melodische „Elekro-Anflüge“ verzeihen wir den New Yokern, denn: Seit ihrem Debüt „Is This It“ aus dem Jahre 2001 (ach Du Schreck) hat die Combo nicht mehr so viele schöne Melodien auf einer Platte vereint.

Die Single „All The Time“ ist ein typisch tanzbarer Gitarren-Strokes-Song – wobei ob des Textes ein wenig Wehmut um die Boxen weht. „One Way Trigger“ kommt mit einer sehr eingängigen Akkordfolge des Weges, die aber – so steht es zu vermuten – bewusst an „En El Muelle de San Blas“ angelehnt ist.

Das Finale des Titels „Welcome To Japan“ ist fulminant und reißt jeden Power-Popper vom Hocker: Genau so muss sich ein Lied aufbauen, ehe es ein in einem langen „Tusch“ endet. Auch „Slow Animals“ ist ein – jawohl – Ohrwurm der allerersten Güte. „Happy Ending“ vereint dann kurz vor Schluss noch einmal alles, was die Strokes ausmacht: Die markante Stimme Casablancas, hämmernder Bass-Lauf, begleitende Solo-E-Gitarre gepaart mit Synthie-Klängen. Tja, und das balladeske „Call It Fate, Call It Karma“ hätte aufgrund seiner Verspieltheit auch auf dem „White Album” womöglich einen Platz gefunden.

„Comedown Machine“ hat so gut wie keinen Durchhänger – schön, dass sich die Kollegen aus NYC wieder zusammenraufen. Mehr davon, bitte.

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1 Kommentar zu "The Strokes „Comedown Machine“: Melodien für die Ewigkeit"

  1. Aus der seele gesprochen! Ein riesiges Album. Echt cool…

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