Verstehen Sie „Wetten, dass..?“

thomas-gottschalk-quelle-zdf-carmen-sauerbreiAndres Lehmann

Hamburg. Am Samstagabend kannten die Privaten erneut keinen Respekt vor dem letzten Fernsehdino „Wetten, dass..?“.

Auf Pro7 fuhren Stefan Raab und Konsorten jede Menge Autos zu Schrott, bei RTL gab Dieter Bohlen bestimmt wieder jede Menge… Schrilles von sich.

Und im ZDF (Neudeutsch im „Zweiten“) zeigte Thomas Gottschalk drei Stunden lang, warum ohne ihn „Wetten, dass..?“ an sich nicht geht.

Die Couch war wie eh und je prominent besetzt. Ein Michael „Bully“ Herbig witzelte zunächst wie gewohnt, im Laufe der Sendung etwas zurückgenommen, vor sich hin. Ein Peter Maffay war noch nie ein Mann der großen Worte und ein Rowan Atkinson erzählte gleich zu Beginn so viel, als ob er genau wusste: Was ich bei den ersten drei Antworten nicht reinpacke, kommt heute Abend eh nicht mehr zur Sprache. Denn es folgen Wetten, Musik und weitere Promis.

Doch jetzt, da der Meister die TV-Samstagabend-Kogge verlässt, blieben alle brav sitzen (egal ob mit Schuhwerk oder ohne), bis um kurz nach 23 Uhr alles gesagt war.

Kein Flieger, der abhebt

Man kann Gottschalk nicht nachsagen, er würde die Show nicht mehr ernst nehmen. Sein Wortwitz kam erneut zum Tragen, seine Interaktion mit dem Publikum durfte ebenfalls nicht fehlen. Und die Wetten? Tja, die unterhielten größtenteils.

Dass indes ein 11-jähriger Rocker dem Blondschopf die Show stiehlt (wie auf SpOn zu lesen), ist natürlich Blödsinn: Ganz im Gegenteil, Gottschalk erkannte schnell, dass der Kleine der Star des Abends sein würde. Und ließ ihn nicht nur neben sich gewähren, sondern bereitete dem ACDC-Fan sogleich die ganz große Bühne. Von der Gottschalk nun bald abtritt.

Der Hamburger Olli Dittrich durfte nach vielen Jahren mal wieder eine Außenwette moderieren: Jene des Wettkönigs des Abends, der zu Fuß einen Parcours fast so schnell meistern konnte, wie ein Profi samt Pferd.

Der Fernsehzuschauer fragte sich: Wieso turnt da in der Messehalle in Nürnberg eigentlich neben Gottschalk eine Michelle Hunziker rum – und kein wortgewandter, kluger Mann wie Dittrich? Auf die zwei fehlenden Argumente wurde dank eingespielter Bilder prompt hingewiesen.

Gottschalk wird sich ab Januar in ein muckeliges ARD-Studio setzen, und vier Mal die Woche vor der Tagesschau unterhalten. Es steht zu vermuten, dass Hape Kerkeling das Ruder am Samstagabend übernimmt.

Kerkelings aktuelles Interview im Magazin der Süddeutschen Zeitung lässt im Grunde genommen keine zwei Meinungen zu.

Wetten, dass..? wird – und so viel steht fest – ohne Gottschalk ein neues Gesicht bekommen.

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