Thomas Gottschalk und eine letzte große Show

thomas-gottschalk-abschied-zdfZDF, Carmen Sauerbrei

Die letzte „Wetten, dass..?“-Sendung mit Thomas Gottschalk war dann doch rührend. An sich hatte sich der Entertainer eine „normale Sendung“ zum Abschied gewünscht. Aber den Gefallen tat ihm das ZDF nicht: Nach über drei Stunden Sendung, und somit einer dem Anlass gebührenden Überziehung, leuchtete ein „Danke Thomas“-Schriftzug auf.

Ein Feuerwerk zum Schluss. Der Entertainer rang um Fassung, feuchte Augen und eine wunderbare Danksagung an sein Publikum. Gottschalk ließ es sich nicht nehmen, und schüttelte Hände. Er bedankte sich bei seinem Publikum, das ihm 23 Jahre lang die Treue hielt.

Der Abend begann mit einem Countdown. Bereits um 19:25 Uhr interviewte das eher unbekannte ZDF-Gesicht Yvonne Ransbach Prominente, die in der regulären Sendung auf der Wett-Couch Platz nehmen würden. Da steht also Iris Berben, und Ransbach sagt: „Wir haben nachgezählt, sie waren jetzt schon neun oder zehn Mal zu Gast in ‚Wetten, dass..?'“.

Hätte Thomas Gottschalk das Interview-Spektakel mitverfolgt, er hätte die Situation retten können. Doch erst als des Entertainers „Warm-Up“ übertragen wurde, nahm das „Vorprogramm“ Fahrt auf. Gottschalk moderiert eine viertel Stunde einfach mal so weg, gekonnt, pointiert, unverwechselbar.

Die letzte Sendung mit Thomas Gottschalk wurde von 15 Millionen Zuschauern geguckt. Auch die Quote machte an diesem Abend also noch einmal eine Zeitreise.

Günther Jauch, Weggefährte und Freund, war sogleich der erste Gast und Co-Moderatorin Michelle Hunziker scheiterte bei dem Versuch, eine große Torte zum Gottschalk-Abschied in Stücke zu teilen. Aber das Servieren von Kuchenstückchen war sicherlich kein Auswahlkriterium.

Til Schweiger brachte Filmkollegin Jessica Biel mit. Doch als der Moderator Biel fragt, ob denn da mit Justin Timberlake wieder etwas laufe, wird sie pampig: „Ich dachte, wir reden über den Film.“ The show must go on.

Top, die letzte Wette gilt

Die Wetten wussten zu unterhalten. Wettköning wurde eine Turnwette, etliche Menschen türmten sich, ein jeder „Salto-Springer“ wurde von den Kameraden aufgefangen.

Ebenfalls unterhaltend: Eine Frau erinnerte sich an alle Gottschalk-Kostümierungen aus 23 Jahren „Wetten, dass..?“.

Und auch die Außenwette, erneut von Olli „Dittsche“ Dittrich moderiert, bot Action: Ein Fahrradfahrer trat auf einer Strecke gegen einen Snowboarder an.

Dittrich fragte den Kandidaten, ob sein Rad denn auch eine Rücktrittbremse hätte. Rücktritt jetzt mo sagen. Wo wir wieder bei Thomas Gottschalk wären.

Iris Berben, zum neunten oder zehnten Mal Showgast, brachte Handschellen mit. Genau wie nahezu jeder im Saal und vermutlich auch vor den heimischen Bildschirmen kann sie sich „Wetten, dass..?“ ohne Thommy nicht vorstellen. Daher wollte die Schauspielerin den Entertainer kurzerhand an die Couch festketten.

Karl Lagerfeld brachte zwar eine nette Zeichnung von Thomas Gottschalk mit, wirkte ansonsten aber indisponiert. Okay, er war eben Gast in einer „Unterhaltungssendung“, da darf sich ein Weltstar schon mal mir einer Schauspielerin neben sich unterhalten.

Ganz anders Dirk Nowitzki, der Basketballer und NBA-Star brachte Glamour in die Show.

Der US-Rocker Lenny Kravitz bot einen gefälligen Mid-Tempo-Song seiner aktuellen Scheibe dar und Meat Loaf sang zwar live, hielt aber anschließend seine neue Platte so oft in die Kamera, dass Gottschalk, der Oberlehrer, wie ihn Götz George einmal in der Show nannte, ein letztes Mal einschreiten musste.

Thomas Gottschalk geht, er verlässt das ZDF-Unterhaltungsflaggschiff. Seine Schlagfertigkeit und Wortwitz sind einmalig. Weit nach Mitternacht liefen noch einmal die Highlights mit Gottschalk. Und es ist erstaunlich, wie man sich an 15 Jahre alte Wetten erinnert. Ein Bagger in Wien, genau, da war doch mal was.

Gottschalk hat Fernsehgeschichte geschrieben. Vielleicht schreibt er sie im ARD-Vorabend noch ein wenig weiter.

Alles Gute, Thommy!

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