Zwischenfazit Umwelthauptstadt

hamburg-wappen-alsterarkaden-andres-lehmannAndres Lehmann

Hamburg. Seit Beginn des Jahres ist Hamburg Umwelthauptstadt. Das Pflanzen neuer Bäume alleine kann jedoch nicht das entscheidende Kriterium sein.

Und so ist zumindest im Blätterwald einiges los: Umweltverbände fordern im Abendblatt den von der SPD geführten Senat zu „mehr Engagement beim Umweltschutz“ auf.

Die Hamburger Umweltsenatorin Jutta Blankau hingegen erklärt: „Immer mehr Hamburger sagen Ja zur Umwelthauptstadt und leben den Titel.“ Gut, für die Umwelthauptstadt sterben möchte ganz gewiss niemand. Oder steht das „Ja“ vielmehr für: „Ja, das ist dann eben so?“

Ins Blaue hinein

Allzu rosig ist es laut Expertenmeinungen nicht bestellt um die Umweltprojekte der Hansestadt.

So gibt der Vorsitzende des Naturschutzbundes Hamburg, Alexander Porschke, Vollgas: „Bürgermeister Scholz ignoriert die besonderen Anforderungen an eine Umwelthauptstadt.“

Der geplante Bau der Stadtbahn etwa wurde gestoppt und der autofreie Sonntag vorerst abgeschafft. Wäre auch blöd gewesen, dann hätte es zuletzt ja „Harley Day“ geheißen.

Auch der ADFC hat natürlich ein Wörtchen mitzureden. So „sollten“ in diesem Jahr mindestens 50 Kilometer neuer Radfahrstreifen geschaffen werden. Aber wäre dies nicht auch ohne das Prädikat „Umwelthauptstadt“ eine sinnige Forderung?

Hamburg jedenfalls ist die zweite Großstadt, die den Titel trägt – nach Stockholm (Stadtbahn? Jup.)

Eines kann sicherlich festgehalten werden: Die Bäume in Hamburg wachsen auch im Jahr der Umwelthauptstadt nicht in den Himmel.

2 Kommentare zu "Zwischenfazit Umwelthauptstadt"

  1. Werner Klingbiel | 1. Juli 2011 um 16:17 | Antworten

    Stockholm hatte, was die wenigsten wissen, den Straßenbahnbetrieb nie völlig eingestellt, hat schon seit Jhren wieder eine Stadtbahn und seit diesem Jahr auch wieder die erste innerstädtische Straßenbahnlinie. Es wäre also ein gutes Vorbild gewesen. Und um Mülltonnen für Grünabfäle zu stellen, brauche ich wirklich keine Umwelthauptstadt, Nürnberg macht das schon seit Jahren und zwar für den Kunden kostenlos. Nürnberg hat übrigens trotz U Bahn seine Straßenbahn behalten. Was also der EU eingefallen ist, Hamburg als vorbildlich in Hinsicht auf die Umwelt hinzustellen war schon zu CDU/Grüne Zeiten höchst fraglich, seit die SPD regiert ist es nahezu absurd. Vielleicht sollte ich die EU wieder auf die Krümmung von Gurken zurückziehen, da versteht sie offenbar mehr davon als von der Umwelt.
    Athen hat übigens seit einigen Jahen auch wieder eine Stadtbahn und daran ist die Wirtschaft Griechenlands ganz und gar nicht zugrunde gegangen.Wahrscheinlich wäre ohne Stadtbahn der ÖPNV in Athen schon vel länger zusammengebrochen oder zumindest unbezahlbar.

  2. Lieber Werner, vor gut einer Woche bin ich mit der Straßenbahn in Stockholm gefahren. Eine Wegstrecke sogar in einer historischen Bahn – ein Erlebnis (trotz Regens).

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